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Kommentar Blockupy Alles fließt

Martin Kaul

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Martin Kaul

Der Bündnisprozess rund um die Blockupy-Proteste in Frankfurt ist ein Testlabor für eine links orientierte Graswurzelpolitik.

K ennen Sie die Postautonomen? Das sind die, die sich als linksradikal bezeichnen, immer von Prozessen und Interventionen reden – und bei denen das meiste eine Strömung ist und das Herrschende eine Hegemonie.

Die Postautonomen sind oft freundliche Menschen, und das Sympathische an ihnen ist: Sie wollen die Gesellschaft verändern. Ein bisschen radikal, aber nicht aufs Maul. Wenn im März in Frankfurt das Blockupy-Bündnis zu seinen Großprotesten auf die Straßen ruft, schlägt die Stunde der Postautonomen. Vor allem aber schlägt denen dann: die Stunde der Wahrheit.

Der Bündnisprozess rund um die Blockupy-Proteste in Frankfurt ist in erster Linie ein Testlabor für eine entscheidende europäische Zukunftsfrage: Kann es gelingen, eine links orientierte Graswurzelpolitik als grenzüberschreitendes europäisches Basisprojekt zu etablieren?

Daran arbeitet das Bündnis seit nunmehr drei Jahren. Dass gerade das postautonome Spektrum hier eine Rolle spielt, liegt nahe. Erstens sind sie Profis in Sachen verschwimmender Grenzen. Zweitens sind den verhältnismäßig undogmatischen, pragmatisch organisierten Linksradikalen einige Erfolge zuzuschreiben, wenn es um massenhaften zivilen Ungehorsam wie die Naziblockaden von Dresden ging.

Derzeit hat das Spektrum viel mit sich selbst zu tun. Einige Gruppen haben sich aufgelöst, andere sich neu zusammengeschlossen. Bei der Selbstfindung geht es auch um die Frage, wie viel Radikalität, wie viel Anschlussfähigkeit gegeben sein muss.

Die Zahl der Blockupy-Demonstranten in Frankfurt wird deshalb nicht nur Schlüsse über die Unzufriedenheit der Menschen mit der europäischen Sparpolitik zulassen, sondern auch zur Frage: Wie flüssig sind Europas Linke? Und: Was haben die Postautonomen richtig gemacht – oder falsch?

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Martin Kaul

Martin Kaul Reporter

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1 Kommentar

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  • Klara Winter

    Immer diese sich anbiedernden Artikel über Postautonome, Blockupy etc. im Boulevard-Stil. Niemand bei der Taz der mal eine inhaltlich und analytisch fundierte Analyse liefert? Oder einen bündigen Kommentar in der sich ein Autor souverän selbst verorten und solche Bündnisprozesse in gesellschaftliche Zusammenhänge einordnen kann?