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Kolumne Press-SchlagImmer dieser Oliver

Kolumne
von Stefan Osterhaus

Michael Ballack hat wieder einmal gesprochen und es wird immer klarer: Das Problem im DFB-Team liegt nicht bei ihm.

M ichael Ballack, der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, spricht wieder - was ziemlich überraschend ist. Denn zwischenzeitlich hatte er die Sprache verloren, weil Joachim Löw das so wollte. Ballack hatte vor ein paar Wochen ein paar gar nicht so dumme Sätze über den einen oder anderen Mangel in der Nationalmannschaft gesagt, was für Löw, der de facto für die sportliche Leitung zuständig ist, und auch Oliver Bierhoff, der immer so tut, als hätte er was mit der sportlichen Leitung zu tun, relativ ärgerlich war.

Denn in Ballack sprach nicht irgendwer über die Defizite und Dilemmata, sondern der Kapitän, und seine Aussage dürfte diejenigen besonders gefreut haben, denen der ständige Nebelkerzenweitwurf aus dem DFB-Lager besonders auf die Nerven ging. Die Nationalmannschaft ist nämlich nach offizieller Lesart eine Art Klub Robinson des europäischen Spitzenfußballs. Es ist Ballacks Verdienst, das nervige Geschwafel von dufter Atmosphäre als verlogenes Getue entlarvt zu haben. Rundumversorgung auf hohem Niveau und mit allem Klimbim - das ist vor allem das Programm des scheinbar harmoniesüchtigen Managers Oliver Bierhoff.

Dessen Rolle wird allerdings immer unklarer, und im Konflikt mit Ballack durfte er kürzlich über sich lesen: "Pulverfass Nationalelf - Sprengmeister Oli B." (Focus Online). Der Mann mit den "Füßen aus Malta", wie Rudi Völler einmal über den in seiner aktiven Zeit tatsächlich ein wenig rumpelfüßig daherkommenden DFB-Chefvermarkter spottete, zieht sich allerlei Unmut zu. Nachdem Ballack bei Löw zu Kreuze gekrochen war, nutzte Bierhoff das England-Spiel, um dem Captain einen mitzugeben: In der Waz hatte er noch wie ein kleiner Diktator dahergeredet ("Wir müssen im deutschen Fußball aufpassen, dass wir den Spielern nicht zu viele Freiräume geben"), auf stern.de gab er zu Protokoll: "Ich hoffe, Michael sieht es ein und setzt es entsprechend um. Übrigens, glaube ich, wird die Rolle des Kapitäns im Allgemeinen, das war zu meiner Zeit schon so, auch etwas überbewertet."

Ballacks neuerliches Interview in einem TV-Sender ist vermutlich auch vor diesem Hintergrund zu betrachten. Er lässt sich von einem wie Bierhoff keinen einschenken, zumal dieser auch nach Aussage von Löw nichts mit den sportlichen Belangen der Nationalmannschaft zu tun hat. Dass Bierhoff trotzdem immer wieder im Fernsehen präsentiert wird und anstelle von Co-Trainer Hans-Dieter Flick sportliche Fragen erörtert, ist einer der schlimmsten Kommunikationsfehler des DFB. So ist der Eindruck entstanden, dass Bierhof sportliches Gewicht habe. Diesen Eindruck gälte es schleunigst von Löw mit ähnlich klaren Worten, wie er sie gegen Ballack fand, zu korrigieren, damit nicht noch mehr Schaden für den deutschen Fußball entsteht.

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