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Klimaanpassung in StädtenEin unschätzbares Pfund

Gernot Knödler

Kommentar von

Gernot Knödler

Sie sind 100 Jahre alt und doch zukunftsweisend: Osnabrück hat mit den „Grünen Fingern“ einen Vorteil im Klimawandel, den es nicht verspielen sollte.

O snabrück hat mit seinen Grünen Fingern ein enormes Nachhaltigkeitspotenzial, das die Stadt nicht verspielen sollte. Was hier in den 20er-Jahren des 20. Jahrhunderts geplant wurde, erweist sich 100 Jahre später als zukunftsweisend und als Vorbild für andere Städte. Der Versuch, diese Struktur zu schützen, sollte nicht dazu führen, dass sie aufgeweicht wird. Wollen Städte weiter wachsen, müssen sie neue Wege finden.

Die Vorzüge grüner Schneisen in eine Stadt hinein, sind augenfällig und auch den heutigen Planern völlig klar. Sie ermöglichen Freizeitaktivitäten und Erholung auf kurzem Wege; sie lassen Regenwasser versickern, bieten Tieren und Pflanzen Raum sich auszubreiten und sie klimatisieren eine Stadt, in der es in den vergangenen 60 Jahren im Jahresdurchschnitt 1,6 Grad wärmer geworden ist. Osnabrücks Grüne Finger sind, um bei dem Beispiel zu bleiben, vorweg genommene Klimafolgenanpassung.

Heißt, die Schneisen zu schützen, auf jedes weitere Wachstum der Stadt zu verzichten? Was ist mit dem Bedarf an Wohnungen, was mit Gewerbeansiedlungen? Die Finger verführen dazu, hier und dort noch ein wenig anzubauen. Wer Klima- und Ressourcenschutz ernst nimmt, muss hier Stopp sagen.

Täglich wird in Deutschland eine Fläche von 76 Fußballfeldern überbaut. Bis 2050 will die Bundesregierung den Verbrauch auf null bringen. Das hieße, für jede Fläche, die bebaut wird, muss eine andere frei gemacht werden. Die Alternative ist, bebaute Flächen intensiver zu nutzen. Es darf nicht sein, dass die Wohnfläche pro Kopf Jahr für Jahr weiter wächst. Gewerbliche Nutzungen müssen gestapelt und Fassaden begrünt werden. Und mit einem begrünten Dach ließe sich vielleicht sogar mal in einer grünen Schneise bauen.

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Gernot Knödler

Gernot Knödler Hamburg-Redakteur

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