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Kitesurfen in der Kritik

Meeresschutz Drei Umweltverbände gegen größere Surf-Zonen

Mehrere Naturschutzverbände haben die geplante Ausweitung der Kitesurf-Zonen vor der schleswig-holsteinischen Westküste scharf kritisiert. Bereits die im 2016 gefundenen Kompromiss vorgesehenen Kite-Gebiete seien sehr groß gewesen und in einigen Fällen nur schwer mit den Anforderungen des Vogelschutzes im Nationalpark in Einklang zu bringen, teilten der Naturschutzbund (Nabu), die Schutzstation Wattenmeer und die Umweltstiftung WWF am Mittwoch mit.

Die Verbände kritisierten, der Koalitionsvertrag der neuen schleswig-holsteinischen Landesregierung habe diesen mühsamen Kompromiss zwischen Naturschutz und Wassersport unnötig in Frage gestellt. Unter anderem sehen die jetzt veröffentlichten Vorschläge eine Ausweitung von Kitezonen auf drei Kilometer vor. Damit würden sie westlich von Sylt weit in das 1999 eingerichtete Schweinswalschutzgebiet hineinreichen. Die Verbände fordern, keine Ausweitung von Kitezonen vorzunehmen.

Die umweltpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Sandra Redmann, warf Umweltminister Robert Habeck (Grüne) vor, seine umweltpolitischen Überzeugungen über Bord zu werfen, „um offensichtliche Wahlkampfinteressen der FDP“ zu unterstützen. Aus umweltpolitischer Sicht seien die jetzt vorgelegten Pläne für einen derart sensiblen Lebensraum wie den Nationalpark Wattenmeer nicht hinnehmbar.

Das Jamaika-Bündnis in Kiel hatte am Dienstag bekannt gegeben, man habe sich auf die Ausweitung der Kite-Flächen verständigt. Insgesamt lagen 13 Vorschläge für neue oder erweiterte Kitesurf-Gebiete vor. Im Ergebnis sollen nun neun Areale erweitert werden. Die Naturschutzverbände erklärten, sie lehnten jegliche Beeinträchtigungen des Nationalparks durch menschliche Aktivitäten wie das Kitesurfen ab. (dpa/taz)

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