: Kinkel glaubt nicht an Rinderwahn
■ Großbritannien verschärft Maßnahmen gegen die Seuche
London (AFP) – Die britische Regierung hat härtere Maßnahmen gegen die auch als Rinderwahnsinn bezeichnete Tierseuche BSE angekündigt. Auch Darm und Thymusdrüse von weniger als sechs Monate alten Kälbern sollen in Zukunft nicht mehr für die Herstellung von Lebensmitteln oder Tierfutter verwendet werden, sagte die Landwirtschaftsministerin am Gillian Shephard am Donnerstagabend vor dem britischen Unterhaus.
Verboten war bisher nur der Gebrauch des Gehirns und Rückenmarks älterer Rinder. Gillian Shephard räumte zudem ein, in einem Laborversuch sei nachgewiesen worden, daß die Krankheit von infizierten Kälbern auf Mäuse übertragen werden könne. Eine Gefahr für Menschen bestehe jedoch nicht.
Auch Freidemokrat Klaus Kinkel mag an die Übertragbarkeit der Krankheit auf Menschen nicht recht glauben. Der deutsche Außenminister, der sich am Donnerstag zu politischen Gesprächen in London aufhielt, fiel mit dieser Meinung mal wieder seinem Kabinettskollegen, Gesundheitsminister Horst Seehofer (CSU), in den Rücken. Importbeschränkungen für britisches Rindfleisch könnten frühestens in sechs Monaten wirksam werden, sagte Kinkel vor Journalisten. Bis dahin solle versucht werden, eine Einigung im Rahmen der Europäischen Union (EU) zu erreichen.
Dazu besteht wenig Aussicht. Horst Seehofer fordert deshalb, ein solches Importverbot mit sofortiger Wirkung im deutschen Alleingang zu erlassen.
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