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Kinder fragen, die taz antwortetSind Kuhhörner eigentlich innen hohl?

Wir wollen von Kindern wissen, welche Fragen sie beschäftigen. Jede Woche beantworten wir eine. Diese Frage kommt von Josha, 5 Jahre.

Eine gemütlich graskauende Kuh strahlt Ruhe aus. Dem gleichen Tier mit seinen spitzen Hörnern direkt gegenüberzustehen, kann hingegen ganz schön einschüchternd sein. Das soll es auch. Denn Kühe und Bullen haben ihre Hörner vor allem, um sich damit verteidigen zu können. Die Hörner müssen also einiges aushalten können. Wie geht das? Woraus sind die Hörner gemacht? Und sind sie innen hohl?

Um das zu beantworten, haben wir beim Forschungszentrum für Nutztierbiologie angerufen. Olaf Bellmann ist dort Tierarzt. Er beantwortet deine Frage, Josha, mit Ja – Kuhhörner sind innen hohl. „Das müssen sie auch sein, sonst wären sie viel zu schwer“, sagt Bellmann.

Zwar hätten die meisten Rassen in Europa nicht allzu lange Hörner, doch einige schon, wie etwa das Ungarische Steppenrind, bei dem die Hörner bis zu einem Meter lang sind. Beim Watussirind aus Ostafrika können sie sogar bis zu eineinhalb Meter lang werden. „Wären die Hörner nicht hohl, könnten die Tiere sie gar nicht tragen und erst recht nicht damit kämpfen.“

Beim Ungarischen Steppenrind können die Hörner bis zu einem Meter lang werden.

Kühe spüren keine Schmerzen in ihren Hörnern. Denn sie sind aus Horn, dem gleichen Material wie unsere Finger- und Fußnägel. Ein Kuhhorn ist über einen Hornzapfen mit dem Schädel verbunden. Dieser Zapfen besteht aus Blutgefäßen und Knochengewebe, das von Nerven durchzogen ist. An diesen Stellen können die Tiere auch Schmerzen empfinden.

Wenn man die Hörner entfernen will, braucht man spezielle Sägen oder heiße Messer. So haben es wohl die Wikinger gemacht, wenn sie Hörner entfernt haben. Denn die Außenhülle eines Kuhhorns ist ein bis zwei Zentimeter dick – viel stabiler als unsere Nägel.

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Bellmann erzählt, dass heute vielen Kühen, die mit wenig Platz in Ställen gehalten werden, die Hörner entfernt werden. Das passiere bereits, wenn sie noch kleine Kälber sind. „Um zu vermeiden, dass sie sich selbst, ein anderes Tier oder einen Menschen verletzen“, sagt er. Bevor das Horn gewachsen ist, wird der Hornansatz entfernt. Dabei wird die Stelle betäubt, damit die Kälber keine Schmerzen haben. Es gibt außerdem auch Kuhrassen, die vom Menschen so gezüchtet worden, dass sie ohne Hörner auf die Welt kommen. Wie zum Beispiel das Angusrind.

Kühe nutzen ihre Hörner vor allem zur Verteidigung – aber nicht nur. Sie können sich damit auch das Fell kratzen. Und die Hörner können bei der Nahrungssuche helfen. Manchmal lockern die Kühe den Boden mit ihren Hörnern auf, um Gräser zu finden. „Gerade bei den Bullen dienen die Hörner auch ein bisschen dem imposanten Gehabe“, sagt Bellmann und lacht. „Ein bisschen Show müssen die ja immer machen.“

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