Kiels Handballer deklassieren Flensburg: Klare Verhältnisse im Norden

Meister THW Kiel nimmt die verletzungsgeschwächte SG Flensburg-Handewitt mit 33:22 auseinander. Ein früher Fingerzeig in der Meisterschaft?

Ein Handballspieler wirft quer in der Luft liegend ins Tor

Nicht auf Augenhöhe: Kiels Henrik Pekeler trifft ins Flensburger Tor Foto: Frank Molter/dpa

Von „9.000 Neuzugängen“ sprach THW-Trainer Filip Jicha vor dem Spiel und meinte die mit 2G-Regel erstmals wieder zugelassene Großkulisse in der Kieler Arena. Die sah aus Kieler Sicht ein 33:23-Handball-Fest, dessen Sieger schon weit vor dem Schlusspfiff feststand, sodass die letzte Viertelstunde zum reinen Schaulaufen für die Gastgeber wurde.

Es ist erst elf Wochen her, dass die Kieler sich in der letzten Minute der abgelaufenen Saison den Meistertitel vor den Flensburgern sicherten. Aber zwei Wochen in der neuen Saison genügten, um die beiden Dauerrivalen wie ungleiche Gegner aussehen zu lassen.

Hinter den Flensburgern liegt eine fürchterliche Woche. Erst gaben sie in der vermeintlichen Pflichtaufgabe gegen Erlangen kurz vor Schluss noch den sicher geglaubten Sieg her, dann verloren sie zum Auftakt der Champions League in eigener Halle gegen den Titelverteidiger FC Barcelona – und nun die Packung in Kiel.

Zu allem Überfluss ist die Liste verletzter Stammspieler durch den Ausfall von Magnus Röd (Anriss der Patellasehne) noch länger geworden. Gegen Kiel fehlte ein kompletter Rückraum, sodass Trainer Maik Machulla im Gegensatz zum häufig wechselnden Jicha kaum Alternativen von der Bank bringen konnte und den A-Jugendlichen Oscar von Oettingen einsetze.

Flensburgs Trainer war bedient

Der sichtlich verstimmte Machulla wollte den Auftritt seiner Mannschaft trotzdem nicht mit der Verletztenliste rechtfertigten. „Klar ist das ein Nachteil für uns“, sagte er. „Aber ich habe heute die nötige Bereitschaft in der Abwehr nicht gesehen. Wir müssen uns bewusst sein, dass wir mehr investieren müssen.“

Dann ging er noch ins Detail: „Wenn ich sehe, dass Patrick Wiencek so gut im Zentrum steht, kann ich nicht bis zur 59. Minute versuchen, den Kreis anzuspielen.“ Nur zu Beginn beider Halbzeiten gelang es der SG, das Spiel einigermaßen offen zu halten. Doch dann folgten jeweils Phasen, in der die Kieler angetrieben von den euphorischen Zu­schaue­r:in­nen in einen Lauf kamen. Vom Kieler Sechs-Tore-Lauf zwischen der 37. und 45. Minute erholten sich die Flensburger nicht mehr.

Auch für Jicha war die Abwehr seines Teams der Schlüssel zum Erfolg. Hinter Wiencek und Hendrik Pekeler glänzte Torwart Niklas Landin einmal mehr mit einer Weltklasseleistung. Im Angriff waren die beiden Norweger Sander Sagosen und Harald Reinkind mit zusammen zwölf Treffern erfolgreich. So blickt der THW mit drei Siegen in der Bundesliga und einem in der Champions League beim belarussischen Meister HC Brest auf einen gelungenen Saison-Auftakt.

Bei der SG kündigte Geschäftsführer Dierk Schmäschke derweil an, nach Verstärkungen zu suchen. „Aber das ist in dieser Zeit nicht so einfach. Und es muss auch passen und Sinn machen“, sagte der Manager.

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