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Keine Saat aus dem Labor

Bremer Aktivist*innen veranstalten eine Saatgut-Tauschbörse, um den Folgen der Monopolisierung des Saatgutvertriebs entgegenzuwirken

75 Prozent der weltweiten Vielfalt an Kulturpflanzen sind inzwischen verloren gegangen

Die Initiativen „Ab geht die Lucie“ und „Bremen im Wandel“ organisieren am kommenden Samstag eine Saatgut-Tauschbörse im Mädchen-Kulturhaus an der Heinrichstraße.

Interessent*innen können Saatgut mitbringen und gegen andere Sorten tauschen, auch Tauschen gegen eine Spende ist möglich. Woher genau das Saatgut komme, aus dem später Erbsen, Tomaten oder Wildblumen sprießen sollen, werde leider oft vernachlässigt, sagen die Organisator*innen. „Das ist fatal, denn Saatgut, ein Jahrtausende altes Kulturgut, ist durch die Monopolisierung des Saatgutvertriebs bedroht.“ So seien bereits 75 Prozent der weltweiten Vielfalt an Kulturpflanzen verloren gegangen.

Steht auf einem Samentütchen „Hybrid“ oder auch „F1“, stammt das Saatgut aus dem Labor und bringt Pflanzen hervor, deren eigene Saaten nur unzuverlässig oder gar nicht für die Zucht geeignet sind: „So wird Saatgut zu einer Ware, die jedes Jahr neu gekauft werden muss.“ Neue Hochleistungssorten sind außerdem an die Vielfalt von Standorten nicht mehr angepasst – anders als die regionalen Sorten, die den Herausforderungen­ des sich wandelnden Klimas am besten begegnen können.

Mit der Tauschbörse wollen die Initiator*innen dieser Entwicklung entgegenwirken und für ein Angebot aus Sorten sorgen, die selbst vermehrt werden können. (taz/epd)

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