cdu-machtprobe: Keine Besserung in Sicht
Um es kriegerisch auszudrücken: Frank Steffel hat eine Schlacht gewonnen, der Krieg um den Fraktionsvorsitz aber geht weiter. Um so intensiver nach der als bloße Abstimmung über einen Rundfunkratssitz verkappten gestrigen Machtprobe. Zu knapp war die Entscheidung, um die Steffel-Kritiker zu entmutigen, zu viele seiner Truppen hat Steffel seit seiner Wahl ins Spitzenamt verloren. Steffel aber wird am Amt haften, so lange er auch nur eine Stimme Mehrheit zusammenbekommt. Da braucht man gar nicht den Witz vom Teppichkleber bemühen, den er aus seiner Raumausstatterfirma ins Abgeordnetenhaus trägt.
Kommentarvon STEFAN ALBERTI
In diesem Machtspiel, das bescheinigen ihm seine Gegner, liege seine eigentliche Stärke. Die Opfer sind dabei die Berliner Christdemokraten, die aus der Misere ihrer Partei nicht herauskommen. So viele Programme und gut gemeinte Thesenpapiere die Parteifreunde in den Ortsverbänden auch vorlegen werden, so sehr sie unter Sonnenschirmen mit CDU-Logo auch werben werden, es wird nichts bringen. Solange die Führungsfrage nicht abschließend geklärt ist, werden nach innen, aber noch viel mehr in der öffentlichen Wahrnehmung Personalspekulationen inhaltliche Aspekte zudecken.
Das muss auch Parteichef Christoph Stölzl als zweite Spitzenfigur weiter beschädigen. Führungsschwäche hat ihm die alte Garde um Diepgen bereits vorgeworfen. Lösen ließe sich die Sache nur mit der echten Vertrauensfrage Steffels, deren Ausgang beide Seiten dauerhaft akzeptieren. Dieser Showdown ist aber nicht in Sicht. Und somit auch keine Besserung für die CDU.
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