Klimawandel bedroht Landwirtschaft: Kartoffelernte bricht durch Hitze und Dürre ein
Dürre und Hitze im Sommer 2026 setzen der Kartoffelernte in Nordwesteuropa stark zu. In Deutschland droht laut Analyse der größte Verlust seit Jahren.
dpa | Die Dürre und Hitze im Sommer 2026 haben einer neuen Analyse zufolge deutliche Auswirkungen auf die Kartoffelernte in Nordwesteuropa. Eine Auswertung von Branchendaten durch die „Energy and Climate Intelligence Unit“ (Eciu) ergab, dass in Deutschland, Frankreich, Belgien und den Niederlanden gegenüber dem jeweiligen Fünfjahresmittel insgesamt rund 3,11 Millionen Tonnen Kartoffeln fehlen könnten.
Der Wert der verlorenen Produktion in den vier Ländern wird auf 405 Millionen bis 622 Millionen Euro geschätzt, teilte die Eciu mit. Den Daten zufolge muss Deutschland mit dem größten absoluten Verlust rechnen (1,13 Millionen Tonnen). Die Zahlen sind noch keine endgültige Erntebilanz, sondern eine auf Schätzungen basierende Analyse während der laufenden oder gerade auslaufenden Ernte.
„Mit Beginn des Herbstes werden die Auswirkungen der rekordheißen Sommerhitze und Dürre auf Ernährung und Landwirtschaft deutlich“, sagte Eciu-Analyst Tom Lancaster. Kartoffeln gehörten zu den besonders wasserbedürftigen Kulturpflanzen Europas. Deshalb sei es absehbar gewesen, dass die Ernte stark getroffen werde. Dies zeige sich nun auch in den Ertragsschätzungen der Branche, die in einigen Fällen um 20 Prozent zurückgingen.
Für Kartoffelbauern, die an vorderster Front vom Klimawandel betroffen seien, sehe es ausgesprochen schlecht aus. Die Analyse berichtet zudem von deutlich gestiegenen Preisen. Für Deutschland werden unter anderem Verarbeitungskartoffeln von etwa 240 Euro je Tonne genannt. Speisekartoffeln lagen zum Saisonauftakt bei etwa 270 bis 280 Euro je Tonne, verglichen mit rund 150 Euro im Vorjahr.
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