Karnevalsumzüge vor dem Aus: Kein Geld für Narren
In Nordrhein-Westfalen droht die Finanzierung kleinerer Umzüge zu scheitern. In Mönchengladbach verursacht die Abfallentsorgung erhebliche Kosten, die Spenden notwendig machen.
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MÖNCHENGLADBACH dpa/taz | Die närrische Zeit spaltet die Bevölkerung wieder einmal in Liebhaber und Hasser von Karneval, Fasching und Konsorten. In diesem Jahr eröffnet sich für die Menschen mit einer Abneigung ein Lichtblick, kämpfen in der Hochburg Nordrhein-Westfalen viele Vereine um die Finanzierung ihrer Umzüge, allen voran Mönchengladbach. Vor allem die Abfallentsorgung ist der Brennpunkt, an dem erneute Auflagen der Umzüge in Zukunft scheitern könnten.
Der Präsident des Ausschusses Aachener Karneval, Peter Brust, sieht den traditionsreichen rheinischen Karneval zwar nicht akut gefährdet, macht aber auf die Abhängigkeit von der Stadt aufmerksam: "Müssten wir die Kosten alleine tragen, würde ich für den Zug kein grünes Licht mehr geben." In Mönchengladbach sind die Auswirkungen der Abhängigkeit vom Gutwollen der Stadt direkt zu spüren, ist der diesjährige Umzug nur durch das Sammeln von Spenden finanzierbar.
Jährlich würden knapp 400.000 Euro für den Zug veranschlagt, der von rund 350.000 Zuschauern besucht werde, teilt der Präsident des Mönchengladbacher Karnevals-Verbandes Bernd Gothe mit. Beim diesjährigen Veilchendienstagszug wird der Verein um mit eine Spende von zehn Cent bitten, um Wurfmaterial, die Müllentsorgung, die Musik und der Wagenbau für die Zukunft zu sichern.
Fernab der närrischen Hochburgen scheint sich ebenfalls die Frage nach dem Geld zu stellen. In Teilen der Kreise Höxter und Paderborn werde für den Zug ein Eintrittsgeld von bis zu zwei Euro verlangt, berichtete der Karnevalsverein "Drei Hasen" in Paderborn. Ungefährdet bleibt neben Köln, Düsseldorf und Mainz der wohl kleinste Karnevalsumzug der Welt im westfälischen Unna. Der Ein-Mann-Zug von Helmut Scherer kann auch fernab jeglicher ökonomischer Situation als gesichert gelten.
Die Konzentration auf die Hochburgen hat sowohl für Liebhaber als auch Hasser der närrischen Zeit den ungemeinen Vorteil, sich bewusst für oder wider der Teilnahme zu entscheiden. Die Landflucht aus der Provinz könnte der Vergangenheit angehören in der kurzen Zeit im Jahr, wo sich Kölner und Düsseldorfer auf einen gemeinsamen Nenner beziehen.
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