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Kämpfe in NordostsyrienSyrische Kurden weiterhin unter Druck

Angeblich sollen nun amerikanische und französische Soldaten die Grenze zur Türkei sichern. Die droht damit, die kurdischen YPG zu „verbrennen“.

Jürgen Gottschlich

Aus Istanbul

Jürgen Gottschlich

Die Lage der Kurden in Syrien bleibt angespannt. Nach Angaben aus kurdischen Kreisen wird derzeit darüber verhandelt, ob französische und amerikanische Soldaten die Grenze zwischen der Türkei und dem von den syrischen Kurden kontrollierten Gebiet im Nordosten des Landes überwachen können. Dem französischen Sender TV 5 Monde sagte die hochrangige Kurdenpolitikerin Îlham Ahmed, „Frankreich und die USA könnten tatsächlich die Grenzsicherung übernehmen“.

Offiziell wurde das noch nicht bestätigt. US-Truppen sind derzeit bereits in dem Gebiet im Einsatz und sollen, ebenfalls nach kurdischen Angaben, in der Grenzstadt Kobanê Stellungen bezogen haben. Demgegenüber betont die türkische Regierung nahezu jeden Tag, sie werde eine bewaffnete Präsenz der kurdischen SDF und YPG Milizen nicht länger hinnehmen und notfalls die „YPG vom Erdboden verbrennen“.

Seit Wochen finden Kämpfe zwischen kurdischen Einheiten und der von der Türkei unterstützten SNA-Miliz statt. Schon Mitte Dezember hatte die SNA mit türkischer Luftunterstützung die westlich des Euphrat gelegene Stadt Manbidsch von den Kurden erobert, damit gedroht, den Euphrat zu überschreiten und Kobanê anzugreifen. Dem waren die YPG-Milizen mit einem Gegenangriff zuvorgekommen.

HTS-Regierung will keine „Abspaltung“ dulden

Insgesamt geht es darum, dass die syrischen Kurden eine Region östlich des Euphrats auch weiterhin in Eigenregie verwalten wollen. Erste Gespräche darüber hatten Ende Dezember auch mit den neuen HTS-Machthabern in der Hauptstadt Damaskus stattgefunden. Nach einem Gespräch mit Maslum Abdi, dem Kommandeur der kurdischen Truppen, sagte HTS-Führer Ahmed al-Sharaa, die Regierung werde keine Abspaltung in Teilen Syriens dulden.

Alle Milizen müssten ihre Waffen abgeben und sich in eine neu zu bildende syrische Armee integrieren. Dennoch bezeichnete Maslum Abdi das Gespräch anschließend als positiv. Er sagte, die „Demokratischen Kräfte Syriens“ die von den kurdischen Milizen dominiert werden, „unterstützen die neue syrische Führung, damit Stabilität im Land herrscht, um den Weg zu einem konstruktiven Dialog zwischen den Syrern zu bereiten“.

Es scheint, dass die USA auch unter Trump zunächst bereit sind, die Kurden abzusichern. An Erdoğan gewandt sagte Trump, die türkische Armee sollen „nicht die Falschen angreifen“. Dennoch macht die türkische Regierung weiterhin Druck. Einerseits bietet sie der neuen HTS-Regierung Unterstützung an, anderseits will sie, dass diese die Kurden möglichst schnell entwaffnet. Türkische Medien berichteten gestern, dass der neue syrische Machthaber Ahmet al-Sharaa in den nächsten Tagen einen Besuch in Ankara plant, um sich dort mit Erdoğan zu treffen.

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3 Kommentare

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  • Abdurchdiemitte

    Die aggressive Rhetorik „die YPG vom Erdboden verbrennen“ deutet wohl darauf hin, worauf die Türkei hinaus will: Genozid an den syrischen Kurden! Man könnte meinen, Erdogan ginge es nur um die finale Auseinandersetzung mit einer syrisch-kurdischen Organisation, die politisch aufs engste mit dem Erzfeind im eigenen Land, der PKK, verbunden ist.



    Indem die SDF/YPG zugleich aber für ein demokratisches Syrien innerhalb föderaler Strukturen, der Gleichberechtigung der Kurden sowie von Frauen und Männern eintritt, wurde sie zum Hassgegner des alten Assad-Regimes wie auch der mit der Türkei alliierten syrischen Islamisten.



    Ob die neuen HTS-Machthaber in Damaskus gelernt haben, dass es ohne Kooperation mit den Kurden auch keinen Frieden und Stabilität für Syrien geben kann, muss sich erst noch zeigen - sehr wohl möglich, dass Erdogan das zu sabotieren weiß.



    Bin mal gespannt, was passieren wird, sobald die türkische Armee auf Kobane vorrückt - sobald Trump im Amt ist, werden die US-Soldaten von dort abgezogen und Erdogan freie Hand haben.



    Wer wettet dagegen?

  • DiMa

    Die Unterüberschrift impliziert, dass eine Grenzsicherung durch Frankreich und die USA bereits stattfinden. Erst später im Artikel wird klar, dass es sich dabei lediglich um die Vorstellung einer Partei handelt. Entscheidend ist am Ende das Ergebnis der Verhandlungen zwischen Syrien und der Türkei.

    • AlHozo Hoto

      @DiMa:

      Un Weltsicherheitsrat, dürfte auch was dazu sagen.