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Islamist verhaftet

■ Londons Polizei nimmt den im Jemen gesuchten Islamistenführer Abu Hamza fest

Berlin (taz) – Die britische Polizei hat gestern in London den Führer der radikalen islamistischen Organisation „Supporters of Shariah“, Scheich Abu Hamza, festgenommen. Der blinde und verkrüppelte Prediger wurde zusammen mit zwei weiteren Islamisten unter den Bestimmungen des britischen Antiterrorgesetzes verhaftet.

Die Polizei bestätigte die Verhaftungen nicht offiziell, sondern sagte lediglich, dreißig Beamte hätten eine Reihe von Hausdurchsuchungen an verschiedenen Adressen im Westen Londons unternommen. Anders als sonst bei Antiterror-Aktionen der Londoner Polizei hätten diese Aktionen nichts mit „irischem Terrorismus“ zu tun.

Jemens Regierung hat von Großbritannien die Auslieferung Abu Hamzas verlangt, weil er hinter der Entführung und Ermordung von vier westlichen Touristen im Jemen stecken soll. Für diese Morde stehen derzeit acht britische und zwei französische Muslime in Jemen vor Gericht. Unter den Angeklagten sind Abu Hamzas Sohn und Stiefsohn. Der Prozeß gegen sie nähert sich dem Ende; am Mittwoch werden die Plädoyers erwartet.

Die Angeklagten haben ihre ursprünglichen Bekenntnisse inzwischen zurückgenommen und der jemenitischen Polizei Folter vorgeworfen. Falls sie schuldig gesprochen werden, droht den acht die Todesstrafe. Ihre Hinrichtung könnte dann jedoch noch durch Einspruch der Angehörigen der Opfer verhindert werden.

Am Samstag waren bei dem Prozeß in Jemens Hauptstadt Sanaa zwei Videobänder gezeigt, die die Angeklagten nach Auffassung der Anklage schwer belasten. Auf einem sind sie angeblich mit Gewehren und Granaten bei einer militärischen Ausbildung in Albanien zu sehen. Sie rezitieren Verse aus dem Koran und antiserbische Parolen. Auf dem anderen soll Abu Hamza mit einem der Angeklagten zu sehen sein. D.J.

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