Insolvenz Nachrichtenagentur: Dapd stellt Betrieb ein
Die insolvente Nachrichtenagentur dapd stoppte die Belieferung ihrer Kunden am Donnerstag um 17 Uhr. Die 175 Mitarbeiter erhalten noch für April Insolvenzgeld.
MÜNCHEN rtr | Die insolvente Nachrichtenagentur dapd gibt auf. Die Belieferung der Kunden werde an diesem Donnerstag um 17 Uhr eingestellt, teilte Insolvenzverwalterin Petra Hilgers mit. Zwar bestehe immer noch die Chance, dass die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti als letzter aussichtsreicher Interessent eine positive Entscheidung fälle.
RIA Novosti habe am Dienstag die Gespräche abgebrochen, weil keine Zustimmung der Gesellschafter vorliege und auch kein Wagniskapital zur Verfügung stehe, um die Verluste von dapd aufzufangen.
Der Deutsche Journalisten-Verband nannte die Entscheidung der Insolvenzverwalterin eine „Katastrophe für die Redakteure und freien Journalistinnen und Journalisten von dapd“. Bei dem Unternehmen sind 175 Mitarbeiter angestellt. Sie erhalten noch für April Insolvenzgeld.
Die in Berlin ansässige Nachrichtenagentur hatte Anfang März zum zweiten Mal binnen fünf Monaten Insolvenz angemeldet. Der Journalist Ulrich Ende übernahm dapd zum 1. Februar, wurde dann aber nach eigenen Angaben von Partner-Investoren im Stich gelassen. Dapd und ihre Vorgängeragentur ddp waren in der 42-jährigen Unternehmensgeschichte insgesamt viermal pleite gegangen.
Unser Mittel gegen Antifeminismus
Wir machen linken Journalismus aus Überzeugung: kritisch, unabhängig und frei zugänglich für alle. Es gibt keinen Bezahlzwang, keine Paywall. Das geht nur, weil sich viele freiwillig beteiligen und unsere Arbeit unterstützen. Auch im Digitalen muss Journalismus, der für mehr Gleichberechtigung eintritt, finanziert werden. Unsere Leser:innen wissen: Journalismus entsteht nicht aus dem Nichts. Damit wir auch morgen noch unsere Arbeit machen können, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon über 48.000 Menschen machen mit und finanzieren damit die taz im Netz - kostenlos für alle. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5 Euro sind Sie dabei. Jetzt unterstützen
meistkommentiert