Influencerin Werdetlautmitlaura: Antifa heißt Entertainment
Auf den ersten Blick wirkt Laura Strutzke wie eine normale Influencerin. Doch ihr Content auf Instagram hat es in sich.
Antifa ist keine homogene Gruppe, weder im Look noch im Lebensstil. Die Studentin und Politinfluencerin Laura Strutzke erinnert uns auf ihrem Instagramkanal „Werdetlautmitlaura“ genau daran.
Äußerlich ähneln sie und ihr Videostil vielen Influencer:innen auf ihrer Plattform, die in ihrem Content aber über gänzlich andere Dinge sprechen und sich teilweise bemühen, so unpolitisch wie möglich zu sein – auf Instagram macht das die Eigenvermarktung oft schwieriger.
Es könnte sein, dass Laura es genau deswegen mit ihren Videos mit Tiktoktänzen vor schickem Hintergrund immer wieder aus der Nische heraus schafft. Denn das ist das Schicksal, was die Antifa-Influencer:innen auf Social Media oft fristen. Influencer:innen, die Sexismus- und Kapitalismuskritik betreiben oder den Hashtag #fckafd benutzen, treffen auf Instagram und Co. auf Menschen, die nachrichtenmüde und oft auf der Suche nach Entertainment statt Bildung sind.
Techkonzerne wie Meta machen es Contentcreatoren schwer. Vor zwei Jahren hatte der Konzern angefangen, politische Inhalte aktiv einzuschränken. Politinfluencer:innen wie Laura mussten subtiler werden.
Tanzen zu Zara Larsson
Laura ist stets gut gelaunt, lächelt und ist oft selbstironisch. In ihren Videos stellt sie linke und rechte Positionen gegenüber und kommentiert damit den teils absurden Vorwurf, beide seien gleichermaßen extremistisch. Das Video hat 3 Millionen Aufrufe.
Sie macht ein Video, in dem sie zu Zara Larsson tanzt. Auf dem Screen steht, dass sie nun bei 36 Grad 9 Stunden arbeiten muss. Gemeinsam mit einem eingeblendeten Zuschauerkommentar, der behauptet, sie sei als Linke ja arbeitslos, wird daraus ein wirkungsvolles Statement.
In einem Video mit 2,3 Millionen Aufrufen erzählt sie die Geschichte, wie viele unserer heute als normal empfundenen Arbeitskonditionen von Linken erkämpft wurden. Solche Zahlen sind für antifaschistischen und linken Content absolut ungewöhnlich.
In der Öffentlichkeit gibt es zuhauf Vorurteile über Antifaschist:innen. Mit ihrem Instagram-Auftritt schafft Laura es, über die Antifabubble hinaus mit diesen Vorurteilen aufzuräumen.
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