Individuelle Kennzeichnung: Namensschilder für Polizei noch dieses Jahr
Polizisten werden individuell gekennzeichnet, sagt der Innensenator Körting - auch wenn sie nicht wollen
Alle Berliner Polizisten sollen in Kürze Namensschilder an ihren Uniformen tragen. Innensenator Ehrhart Körting (SPD) sagte am Montag im Innenausschuss, er rechne noch für dieses Jahr mit einer Entscheidung der Einigungsstelle, die zwischen Polizeiführung und Personalvertretung vermittelt. Sollte sich die Einigungsstelle den Polizeigewerkschaften anschließen und die Namensschilder ablehnen, werde der Senat zügig über die Einführung entscheiden. Der politische Wille sei ja bekannt. "Man sollte das nicht auf die lange Bank schieben."
Mit der Einführung der "Zwangskennzeichnung" verletze der Innensenator seine Fürsorgepflicht gegenüber den Beamtinnen und Beamten, zeigte sich die Gewerkschaft der Polizei (GdP) am Montag entrüstet. Die Polizisten seien schon jetzt extrem gefährdet, hieß es. Durch die Kennzeichnung erhöhe sich ihr Risiko. Die Beamten und ihre Familien könnten dann auch privat verfolgt werden. Seit mehr als 30 Jahren fordern Bürgerrechtsgruppen die Einführung einer individuellen Kennzeichnungspflicht für Polizisten. Ihnen geht es vor allem um die geschlossenen Einsatzhundertschaften. Schläger in Uniform könnten dann nach einem Vorfall leichter identifiziert werden.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert