Indische Ministerin für Frauen: Schutz vor ihren eigenen Hormonen
Die indische Ministerin für Frauenangelegenheiten sagte am Montag, Ausgangssperren würden Studentinnen vor ihren eigenen „hormonellen Ausbrüchen“ schützen.
afp | Die indische Ministerin für Frauenangelegenheiten, Manekha Gandhi, hat kurz vor dem Weltfrauentag mit ihrem Plädoyer für nächtliche Ausgangssperren für Frauen eine Kontroverse ausgelöst.
Gandhi sagte dem Nachrichtensender NDTV am Montag, Ausgangssperren würden Studentinnen vor ihren eigenen „hormonellen Ausbrüchen“ schützen. Die Äußerung sorgte in den sozialen Netzwerken für Spott und Kritik.
In vielen indischen Hochschulwohnheimen gelten nachts Ausgangssperren für Frauen, aber nicht für Männer. Kritiker bezeichnen die Regelungen als sexistisch und überholt.
Gandhi sagte hingegen: „Die Ausgangssperren stellen eine rote Linie für die Sicherheit der Studentinnen dar.“ In Indien werden jedes Jahr knapp 40.000 Fälle von Vergewaltigungen gemeldet.
Eine indische Journalistin reagierte auf Gandhis Aussage auf Twitter und schrieb, dass es sicherer sei, hormongesteuerte Männer wegzusperren anstatt Frauen zu verbieten, ein erfülltes Leben zu führen.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert