See

Foto: Everett Cox

Indigene gegen Farmer in den USA:Fisch oder Rind

In Oregon versiegt das Wasser, Farmer verkaufen ihre Rinder. Wasser brauchen auch die seltenen Fische, für die sich die Klamath-Stämme stark machen.

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4.9.2021, 10:44  Uhr

Als das Bootleg-Feuer 13 Kilometer hohe Rauchsäulen in die Atmosphäre jagte, in seinem Inneren der Feinstaub quer über den nordamerikanischen Kontinent bis an die Ostküste trieb und mehr als 1.600 Quadratkilometer Wald zerstörte, da ging für Don ­Gentry ein Stück Zuhause in Flammen auf. Am 7. Juli war er einer der Ersten, die zum Ausgangspunkt des Feuers kamen. In den folgenden Wochen musste er immer neue Stammesmitglieder dazu auffordern, ihre Häuser zu verlassen. In jenen Wochen dachte er oft an seine Ahnen, denen weite Teile des Waldes gehörten. Und an seinen Vater, der ihn dort gelehrt hat, Elche und Rehe zu jagen, weil er wollte, dass sein Sohn ein „Indianer“ wird.

„Ich trauere“, sagt der 66-jährige Vorsitzende der drei über Kalifornien und Oregon verteilten Klamath-Stämme. Don Gentry sitzt im Versammlungsraum im modernen Hauptsitz der Klamath-Stämme in Chiloquin im Süden von Oregon. Das Bootleg-Feuer gilt seit August als beendet. Aber der Rauch hüllt Chiloquin immer noch in weißen Dunst. An manchen Tagen sorgt er für gereizte Nasen und brennende Augen, und fast immer verhüllt er die Sicht auf die umliegenden Berge. Die Meteorologen, die angesichts zahlreicher Großfeuer Rauchwarnungen in ihre Wetterberichte eingeführt haben, appellieren an Menschen mit Atemschwäche, besser zu Hause zu bleiben.

Der Rauch wird wohl bis zum Spätherbst bleiben. Erst wenn der erste Schnee gefallen ist, werden die Reste des Feuers ersticken, die jetzt noch am Boden glühen. Im Klamath Basin, diesem großen Becken, dass sich bis nach Kalifornien zieht, hat man im Frühsommer die höchsten jemals gemessenen Temperaturen festgestellt. Der Boden ist nach jahrelanger Dürre knochentrocken und das Grundwasser so tief gesunken, dass die Behörden längst den Zufluss in die Bewässerungskanäle gestoppt haben Die Menschen hoffen auf den Winter. Sie wünschen ihn früh, kalt und feucht.

„Wenn die Fische verschwinden, verschwindet auch ihr“

Don Gentry verspürt aber nicht nur Trauer über die Umweltzerstörung – sondern auch „Aufmunterung“, wie er sagt. Die Stämme fordern seit Jahrzehnten einen anderen Umgang mit den knappen Ressourcen der Region. Ihre Ziele sind eine andere Forstwirtschaft und ein anderer Umgang mit dem Wasser. Sie wollen ihren einzigen verbliebenen See – nachdem die beiden anderen trockengelegt worden sind – retten. Und sie sind auf einer Mission: zwei Fischarten vor dem Aussterben zu bewahren, die es auf der ganzen Welt nur in ihren Gewässern gibt. Das Schicksal der Klamath-Stämme ist seit Urzeiten mit diesen beiden Arten verbunden. Jedes Kind hier kennt die Prophezeiung des Schöpfers Gmok’am’c: „Wenn die C’waam und Koptu verschwinden, verschwindet auch ihr.“

Mann mit Hut

Don Gentry ist Vorsitzender der Klamath-Stämme. Er setzt sich für die Natur ein Foto: Everett Cox

Es steht schlecht um die Fische. Schon seit 1987 stehen sie auf der Liste der bedrohten Arten. Seit Anfang der 1990er Jahre hat keine in der Natur geborene neue Generation von C’waam und Koptu mehr überlebt. Die hohe Phosphorbelastung und der sinkende Sauerstoffgehalt haben das Wasser des Upper Klamath Lake giftig werden lassen. Im Herbst geht ein unangenehmer Geruch von dem Gewässer aus. Selbst für Haustiere ist das Schwimmen im See gefährlich. Zudem macht das Entziehen großer Wassermengen für die Landwirtschaft den Fischen zu schaffen. Wenn der Wasserspiegel sinkt und die Lufttemperaturen steigen, wird auch das Grundwasser wärmer. Das vertragen C’waam und Koptu nicht.

Bislang prallten alle Initiativen der Ureinwohner für eine nachhaltige Bewirtschaftung des Lands auf den Widerstand zweier Gruppen: der Holzindustrie, die in Oregon so mächtig ist wie die Ölfirmen in Texas; und der Rancher und Farmer, die im Klamath Basin Rinder züchten und Kartoffeln anbauen, die für Burgerbratereien und den größten Kartoffelchipshersteller der Welt bestimmt sind.

Im Wald

Das Bootleg-Feuer hat den Forderungen der Ureinwohner neues Gewicht gegeben. Angehörige der Klamath-Stämme haben in den zurückliegenden Jahren zusammen mit der Forstbehörde zwei Stellen des Waldes betreut, der einst ihnen gehörte. Sie haben dort die Bäume gefällt, die besonders schnell wachsen und deshalb schnelle Gewinne abwerfen, aber viel zu viel Wasser verbrauchen und eigentlich gar nicht in die trockene Region gehören. Und sie haben in kontrollierten Feuern das Unterholz und die jungen Bäume verbrannt, um die Vegetation auszudünnen und Platz zwischen den oft Hunderte Jahre alten Ponderosa-Kiefern zu schaffen.

Beides sorgt dafür, dass sich im Winter Schnee am Waldboden anhäufen und bei seinem Schmelzen langsam einsickern kann und dass die Flammen bei einem Waldbrand das niedrige Gehölz nicht als natürliche „Leiter“ nach oben benutzen können.

In den beiden Waldstücken in den Black Hills haben die alten Kiefern so dem Bootleg-Feuer standgehalten, während sie anderswo verbrannt sind. Ohne das trockene Unterholz und die jungen Bäume verlangsamte sich das Feuer. Und es verkohlte die Ponderosa-Kiefern nur auf den unteren Metern ihrer Stämme, wo die Rinde mehrere Zentimeter dick und feuerresistent ist. Ihre Kronen blieben verschont.

Hoffnung Heftige Waldbrände wüten weiterhin in Kalifornien. Nach tagelangem, verzweifeltem Kampf gegen einen Brand nahe dem Lake Tahoe könnte ein Wetterumschwung der Feuerwehr wieder Luft verschaffen. Den Prognosen zufolge sollte der Wind nachlassen, der das sogenannte Caldor-Feuer in den vergangenen Tagen bis auf wenige Kilometer an die Ortschaft ­South Lake Tahoe herangetrieben hatte. Zehn­tausende Menschen flüchteten vor den Flammen.

Zerstörung Im Osten fraß sich das gewaltige Feuer nach wie vor durch Bäume und staubtrockenes Gebüsch. Das Gelände sei dort unzugänglich und der Brand schwerer zu bekämpfen, teilte die Feuerwehr mit. Feuerwehrleute aus dem ganzen Land waren im Einsatz, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen, das seit Mitte August mindestens 700 Häuser zerstörte. Bis Mittwochabend war es nur zu 23 Prozent eingedämmt. (ap)

Die Klamath-Stämme betrachten das Feuer seit Jahrtausenden als ihren Alliierten. Wenn Blitze in ihre Wälder einschlugen, löschten sie das Feuer nicht, sondern ließen es arbeiten. In Abständen von 15 oder mehr Jahren verbrannte es das Unterholz, dünnte die Wälder aus und versorgte den Boden mit neuen Nährstoffen.

„Grüne Inseln“, nennen indigene Anwohner und Forstwissenschaftler die beiden Waldstücke, die das Bootleg-Feuer überstanden haben. Einige Rehe sind bereits wieder in diese Waldstücke zurückgekommen. „Wenn die USA auf uns hören würden, könnten die schlimmsten Zerstörungen durch Waldbrände verhindert werden“, sagt Clay Dumont, ein Mitglied des Stammesrats. Der Stammesvorsitzende Don Gentry stellt mit ­Genugtuung fest: „Wir sind auf dem richtigen Pfad.“

Auch bei dem anderen Streitthema konnten die Klamath-Stämme in diesem Sommer einen Erfolg verbuchen: Wegen der anhaltenden Dürre und dem viel zu niedrigen Wasserspiegel im ­Upper Klamath Lake entschied die Wasserbehörde, dass in diesem Jahr kein Wasser für die Landwirtschaft abgezweigt werden darf. Schon Mitte Mai schloss sie die Schottwände. Zum ersten Mal in der 114-jährigen Geschichte des Bewässerungssystems sitzen seither über tausend Bauern auf dem Trockenen. Weil auch das Grundwasser abgesackt ist, sind zudem manche Brunnen auf ihren Höfen versiegt.

Ty Kliewer sorgt sich um seine Rinder

Eine halbe Autostunde südlich des von Wäldern umgebenen Chiloquin behindert immer noch beißender weißer Rauch die Sicht. Aber die Landschaft zeigt eine andere Farbe. Sie ist ­strohgelb. Die wenigen Traktoren, die auf den Äckern unterwegs sind, wirbeln Staubwolken in die Luft. Auf den ausgetrockneten Weiden steht kaum Vieh. Von den Wasservögeln, die dort sonst um diese Jahreszeit unterwegs sind, ist nichts zu hören.

Der Boden ist so topfeben wie die Oberfläche des Sees. Die einzigen Erhebungen bilden die wenigen Bäume, die direkt neben den weit voneinander entfernten Farmhäusern und Holzscheunen stehen.

Ty Kliewer beschreibt mit dem Zeigefinger eine horizontale Linie vor seiner Kehle, um die gegenwärtige Lage der Rancher und Farmer am Ortsrand von Klamath Falls zu charakterisieren. Kartoffeln gibt es in diesem Jahr nicht. Viele Rancher mussten auch ihre Rinder aufgeben und ­verkaufen, obwohl der Marktpreis im Keller ist. Alle sind sie mit denselben Problemen konfrontiert: Sie konnten ihr Vieh nur ein paar Wochen statt der üblichen sechs Monate auf die Weide schicken, weil dort wegen des ausbleibenden Wassers fast nichts mehr wächst. Und sie konnten nur winzige Heuernten einfahren, die nicht annähernd ausreichen, um ihr Vieh über den Winter zu bringen.

Mann mir Rindern

Ty Kliewer muss Heu nachkaufen, weil die Ernte so schlecht ausfällt Foto: Everett Cox

„Das alles wegen zwei Fischen“, sagt Ty ­Kliewer, der an der Spitze mehrerer Vereinigungen von Ranchern und Farmern sitzt. Normalerweise erntet der 43-Jährige an die 600 Tonnen Heu pro Sommer, von denen er die eine Hälfte auf den Markt bringt und die andere als Winterfutter für seine 200-köpfige Herde nutzt. In diesem Jahr aber musste er 390 Tonnen Heu zukaufen, um seine schwarzen Angus und Gelbvieh zu füttern. Trotz der angekündigten Hilfen der Regierung rechnet er am Ende des Jahres mit einem Minus von 170.000 Dollar.

Ty Kliewer ist ein Zahlenmensch. Seinen Zuchtbullen Iowa stellt er mit dem Kaufpreis (10.000 Dollar) und dem Gewinn, den er eingebracht hat (100.000 Dollar), vor. Über den Wasserverbrauch der Farmer und Rancher in normalen Jahren sagt er, dass früher mehr Wasser aus dem Feuchtgebiet in die Luft verdunstet sei, als heute in die Landwirtschaft geht. Und über die Bewässerungslandwirtschaft sagt er, dass es für die USA finanziell und ökologisch günstiger sei, Nahrungsmittel daheim anzubauen, als sie aus China oder Russland zu importieren.

Die Zahlen von den Klamath-Stämmen überzeugen Ty Kliewer nicht. Weil es den Fischen „trotz jahrzehntelanger Anstrengungen nicht besser geht“, nennt er die Strategie, sie mit mehr Wasser zu retten, „verfehlt“ und „unwissenschaftlich“. Er sagt kategorisch: „Wenn etwas nicht funktioniert, muss man etwas Neues probieren.“

An der Wand von Ty Kliewers Scheune hängen Fotos von Rindern, mit denen er, sein Sohn und seine Tochter Preise auf Landwirtschaftsmessen gewonnen haben. Aber in einem Nachbargebäude hat er bereits sein zweites Standbein. Er braut dort Bier, das er an Kneipen der Region verkauft. Er hat einen Brunnen, der ihm ausgezeichnetes Wasser liefert. Seine Brauerei läuft prima.

Ein wasserarmes Land für die Farmer

Viele Bauern der ersten Generation im Klamath Basin waren Veteranen der beiden Weltkriege. Die Regierung gab ihnen Land und sagte ihnen Wasser zu. Sie legte die Feuchtgebiete trocken, begradigte Flüsse, baute Dämme und sorgte für das Kanalsystem, ohne das diese Form der Landwirtschaft nicht möglich wäre.

Nur ein einziges Mal klemmten die Behörden wegen des bedrohlich niedrigen Wasserstands den A-Kanal ab. Das geschah im Jahr 2001 und löste Anfeindungen gegen die Ureinwohner aus. Mehrere weiße Männer fuhren damals in einem Auto durch Chiloquin, gaben Schüsse ab und schrien „Fish Lover!“ aus den Fenstern. Am Ende gab die Wasserbehörde nach und gewährte den Bauern eine reduzierte Wassermenge.

Landkarte

In diesem Dürrejahr haben zwei Männer geglaubt, mit einer Neuauflage dieser Proteste Erfolg haben zu können. Sie kauften ein Stück Land am Kopf des A-Kanals und schlugen Bauern auf Protestversammlungen vor, sich zu bewaffnen und sich gemeinsam Zugang zu dem Wasser zu verschaffen. Die Aktion versandete, weil nur eine Handvoll Bauern Interesse zeigte. Die Farmer und Rancher im Klamath Basin sind konservativ. Aber sie wollen keine offenen Konfrontationen.

2001 lebte Ty Kliewer noch bei seinen Eltern, nur eineinhalb Kilometer von seiner heutigen Farm entfernt. Als er und seine Frau die Farm erst leasten und später kauften, kannte er das Pro­blem des Wassermangels. Aber es herrschte Aufbruchstimmung. Vertreter der Bauern, der Klamath-Stämme, der Umwelt- und Tierschutzverbände und der Regierung suchten damals gemeinsam nach Lösungen. Es kam zu einem Kompromiss: Das Wasser sollte teilweise wieder so fließen wie in den alten Zeiten. Die vier Dämme und Wasserkraftwerke am Klamath River sollten abgebaut werden, damit die Lachse wieder zu ihren Laichplätzen kommen könnten. Teile des Lands sollten an die Klamath-Stämme zurückgegeben, ausstiegsbereiten Bauern sollte Unterstützung angeboten werden.

Das Projekt scheiterte im US-Kongress am Desinteresse republikanischer Abgeordneter. Im Klamath Basin hinterließ es Verbitterung auf allen Seiten. Statt miteinander reden die Beteiligten seither übereinander. Und sie ziehen gegeneinander vor Gericht.

Der Biologe gibt den Fischen noch fünf Jahre

„Dies ist ein sehr fruchtbares Land“, sagt Ty ­Kliewer, „keine Wüste.“ Der Fischereibiologe Alex Gonyaw widerspricht. „Dies ist trockenes Hochland, wo Landwirtschaft unmöglich ist, wenn man sie nicht erzwingt.“ Gonyaw bestreitet auch, dass es in dem Konflikt im Klamath Basin nur um die Fische ginge. Der weiße Biologe arbeitet in einem Labor außerhalb von Chiloquin für die Klamath-Stämme. Seine Aufgabe ist es, das Aussterben der C’waam and Koptu zu verhindern.

In den letzten fünf Jahren ist der Fischbestand um 75 Prozent gesunken. Nur noch rund 27.000 der Tiere leben in der Natur. Die meisten davon sind uralt. „Zum Glück sind die ausgewachsenen C’waam und Koptu zäh“, sagt der Fischereibiologe, „sie werden bis zu 57 Jahre alt.“ Jedes Jahr züchtet er im Labor eine neue Generation und setzt sie aus.

Mann im Wald

Der Biologe Alex Gonyaw versucht, die seltenen Fischarten im See zu retten Foto: Everett Cox

Aber die Wasserqualität ist zu schlecht. Die meisten schaffen es nicht einmal bis zum Winter. Alex Gonyaw glaubt dennoch, dass die Fische noch zu retten sind. Um das zu erreichen, seien mindestens drei Dinge nötig, erklärt er: Die Rancher dürfen ihre Rinder nicht mehr in die Flüsse lassen, wo sie das Wasser mit ihrem Dung verseuchen; die Feuchtgebiete müssen renaturiert werden; und die Wasserwirtschaft in der Region muss sich ändern. Falls das nicht passiere, gibt er den Fischen noch fünf Jahre.

An den holzgetäfelten Wänden des Saals in Chiloquin, wo der Stammesrat bis zum Beginn der Pandemie tagte, hängen Federn, Körbe aus gewebtem und geflochtenem Mais und historische Fotos von Ältesten. Dazwischen zeigt ein kreisrundes Schaubild Dutzende Traumata der jüngeren Stammesgeschichte. Tom Ball, ein Pädagoge und Amtsvorgänger Don Gentrys, hat es erstellt. Es ist das Ergebnis seiner Untersuchungen über die Häufung von Drogen- und Gewaltproblemen unter Stammesmitgliedern. Ball benutzt den Ausdruck „postkoloniales Stresssyndrom“.

Die Klamath-Stämme leben seit mindestens 13.200 Jahren in der Region, das belegen archäologische Funde. Die Stammesangehörigen glauben, dass ihre Vorfahren schon sehr viel längere Zeit in dem Gebiet ansässig sind. Seit dem „Kontakt“, wie die Ureinwohner ihre ersten Begegnungen im 19. Jahrhundert mit den sogenannten Pionieren aus Europa nennen, haben sie Niederlagen ohne Ende erleiden müssen: Massaker und Landraub. Ansteckungen mit tödlichen Krankheiten und Zwangseinweisungen ihrer Kinder in Internate, in denen ihnen die eigene Kultur und Sprache ausgetrieben werden sollte.

Im Jahr 1954 strichen die USA die Anerkennung der Klamath-Stämme als souveräne ­Nationen. Als Entschädigung erhielt jedes Stammesmitglied 42.000 Dollar. Erst 1986 schaffte es eine Gruppe von Stammesältesten, den Status einer souveränen Nation zurückzuerhalten. Aber die Wälder waren verloren. Früher gehörten die Klamath-Stämme zu den reichsten in den USA. Heute leben 35 Prozent der Bewohner von Chiloquin in Armut.

„Wir sind Überlebende“

Angehörige der Klamath-Stämme dürfen auf ihrem alten Stammesland weiterhin jagen, sammeln und fischen. Sie haben das Recht auf Zugang zu ihren Gewässern. Diese Rechte sind seit 1864 in einem Vertrag mit der US-Regierung verbrieft. Die damaligen Stammesältesten haben ihn mit „X“ unterschrieben.

„Wir sind Überlebende“, sagt Don Gentry. Seine Mutter stammte aus einer finnischen Familie, sein Vater war Ureinwohner. Über sich selbst sagt er: „Ich kann ganz allein Cowboy und Indianer spielen.“ Er spricht über den Klimawandel. Er ist gegen Covid geimpft. Und er trägt einen Mund-­Nasen-Schutz: „Wir vertrauen der Forschung.“

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Don Gentry weiß, dass die Zeit drängt: nicht nur wegen des Fischsterbens und des vergifteten Sees, sondern auch wegen der kurzlebigen politischen Konjunkturen in Washington. Unter Joe Biden erreichte Deb Haaland, eine Ureinwohnerin, Ministerrang. Sie hat gegenüber den Klamath-Stämmen ihr Verständnis signalisiert.

„Eine Regierung bleibt nicht unbegrenzt im Amt“, warnt Clay Dumont aus dem Stammesrat. Der 59-Jährige war Soziologieprofessor in San Francisco, bevor er 2017 nach Chiloquin zurückkehrte. Dort gehört er zu denen, die darauf drängen, dass die Stämme so viel Land wie möglich zurückkaufen: „Nur dann können wir frei entscheiden, wie wir es bewirtschaften“.

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