In Türkei inhaftierter Journalist: Deniz Yücel nicht mehr in Einzelhaft
Nach 297 Tagen sitzt der Welt-Korrespondent Deniz Yücel nicht mehr in Einzelhaft. Das berichtet sein Anwalt nach einem Besuch in der Haftanstalt Silivri bei Istanbul.
rtr/taz | Der in der Türkei inhaftierte Journalist Deniz Yücel befindet sich einem Zeitungsbericht zufolge nicht mehr in Einzelhaft. Yücel sei nach mehr als 290 Tagen in eine Zelle verlegt worden, die über einen Innenhof mit zwei anderen verbunden sei, berichtete die Welt am Sonntag vorab unter Berufung auf Yücels Anwalt. Er hatte Yücel in der Haftanstalt Silivri bei Istanbul besucht.
Der Zugang beider Zellen zu dem gemeinsamen Innenhof sei während des Tages geöffnet. In einer der Zellen sitze Oguz Usluer, Journalist der türkischen Tageszeitung Habertürk. Bisher war es Yücel nicht gestattet gewesen, Kontakt mit Mitgefangenen aufzunehmen.
Die neue Zelle entspricht ansonsten in Größe und Ausstattung jener, in der Yücel bisher untergebracht war, schreibt Welt. Deren Maße betrugen etwa vier mal drei Meter. Auf dieser Fläche ist neben dem Bett, einem Stuhl und einem Tisch auch eine Waschnische mit Toilette untergebracht.
Yücel wurde im Februar in Istanbul festgenommen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft dem Welt-Korrespondenten Terrorpropaganda vor, was Yücel abstreitet.
Die deutsch-türkischen Beziehungen sind unter anderem wegen der Inhaftierung mehrerer Deutscher und Deutschtürken auf einem Tiefpunkt angelangt. Deutschland wirft der Türkei vor, diese Bürger aus politischen Gründen festzuhalten. Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert den Abbruch der EU-Beitrittsverhandlungen mit dem Land. In der EU gibt es dafür aber keine Mehrheit.
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