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In Teheranunerwünscht

Iran Dirigent Daniel Barenboim wird aus-geladen – wegen seines israelischen Passes

afp/taz | Daniel Barenboim wird mit der Staatskapelle Berlin doch nicht in Teheran auftreten. Nachdem der 72-jährige Dirigent kurz nach Zustandekommen des Atomabkommens mit dem Iran angekündigt hatte, ein Konzert in der Islamischen Republik zu geben, lud der Iran Barenboim nun aus. Der iranische Regierungssprecher Hussein Nuschabadi sagte, mit Barenboims Orchester gebe es kein Problem. „Aber wir sind gegen die Person, die die Gruppe führt.“ Das hat auch einen Grund: Der Dirigent und Pianist ist israelischer Staatsbürger. Ein Sprecher des iranischen Kulturministeriums sagte: „Der Iran erkennt das zio­nistische Regime nicht an und wird auch nicht mit Künstlern dieses Regimes zusammenarbeiten.“

So ergibt sich die einigermaßen absurde Situation, dass jemand, den die israelischen Kulturbehörden als antiisraelisch einordnen, im Iran nicht auftreten darf – weil er neben der argentinischen, der palästinensischen und spanischen auch die israelische Staatsbürgerschaft innehat. Israels Kulturministerin Miri Regev schrieb bezüglich des bevorstehenden Auftritts auf Facebook, Barenboim verfolge eine antiisraelische Linie und schwärze den Staat bei jeder Gelegenheit an. Er missbrauche dabei die Kultur zur Durchsetzung seiner politischen Ansichten. Regev hatte bereits Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gebeten, Barenboims Konzertpläne zu stoppen.

Barenboim hat gemeinsam mit dem palästinensisch-amerikanischen Wissenschaftler Edward Said das West-Eastern Divan Orchestra ins Leben gerufen und ist 2011 gemeinsam mit europäischen Musikern in Gaza aufgetreten. Im Jahr 2001 hat Barenboim in Israel einen Auszug aus dem Stück „Tristan und Isolde“ von Richard Wagner gespielt – und sorgte mit der erstmaligen Verwendung eines Wagner-Stücks in Israel für einen Eklat.

Das Konzert mit Barenboim und der Staatskapelle Berlin wäre Teil der Annäherung Deutschlands an den Iran gewesen, Außenminister Frank-Walter Steinmeier sollte Schirmherr sein. Noch Anfang vergangener Woche hatte das iranische Kultusministerium erklärt, dass es mit den Berliner und den Wiener Philharmonikern über Konzerte in Teheran spreche. Beide Orchester dementierten aber die Gespräche.

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