piwik no script img

In 70 Rezepten um die Welt

Ein Buch für veganes Kochrepertoire ohne Ersatzprodukte

Wer keine tierischen Produkte mehr im eigenen Kochtopf sehen möchte, steht einem umfangreichen Sortiment industriell hergestellter Lebensmittel gegenüber, die imitieren, worauf man doch eigentlich verzichten wollte. Ersatzkäse, Ersatzsahne, Ersatzmilch, Ersatz-Ei – so viele Ersatzlebensmittel hat vermutlich zuletzt die Kriegsgeneration verwendet, die sich mit Kastanien (Ersatzmehl) und Zichorienwurzel (Ersatzkaffee) über harte Zeiten rettete. Alles in allem kein einfacher Einstieg für genussorientierte Kulinarik er, die gerne ehrliche Produkte verarbeiten und Tetra-Pak-Lebensmittel meiden.

Doch es geht auch anders. Das zeigt das Kochbuch „Immer schon vegan“ der Köchin und Kochpublizistin Katharina Seiser. In dem Band präsentiert sie Rezepte für Gerichte, die ganz ohne Substitute auskommen. Etwa gebackene Riesenbohnen in Tomatensoße aus Griechenland, Baba Ganoush aus dem Libanon, Traubenkuchen mit Rosmarin aus Italien oder polnische Piroggen mit Pilz-und-Sauerkraut-Füllung. Diese und viele andere vegane Köstlichkeiten sind so beschrieben, dass sie sich leicht nachkochen lassen, Tipps helfen an kritischen Stellen („Falls die Füllung zu feucht sein sollte …“) oder sorgen für Geschmacksvarianten. Erfreulich auch die Zutatenlisten. Ja, ein gutes Verhältnis zum Gemüsemann oder der Gemüsefrau des Vertrauens sollte man schon haben. Doch die meisten Rezepte kommen ohne schwer zu beschaffende exotische Zutaten aus. Der hochwertige Leineneinband, die klare Typografie und die ganzseitigen Fotografien machen das Buch auch zu einem Augenschmaus – und möglichem Weihnachtsgeschenkkandidaten. Sibylle Mühlke

Katharina Seiser: Immer schon vegan. Traditionelle Rezepte aus aller Welt. Brandstätter Verlag, 28,00 €. Der Folgeband Immer wieder vegan erscheint am 23. November.

Nur noch 460 – dann sind wir 50.000

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 460 Freiwillge, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen