: Holm: Pop ohne Bauchschmerzen
Bei Holm gibt es ein Problem: Einerseits wünscht man dem Mann so viel Geld, dass er seinen wunderbaren Minimalelektronik-Pop auch in der vollen Breite umsetzen kann. Chöre, Streicher, am besten gleich ein ganzes Orchester sollten ihn umspielen und seine wunderschönen Melodien gen Himmel tragen. Andererseits: Kein Orchester dieser Welt kann herzensbrecherischer agieren als ein einzelner Mensch. Und wenn dieser sein Orchester einfach in seinem Computer mit sich bringt, umso konsequenter und besser. Der in London lebende Musiker interpretiert dabei das Thema Mensch & Maschine so gefühlssicher und dicht, dass ihm eigentlich das Vorprogramm der Pet Shop Boys zustehen sollte. Seine Fassung von Abbas „Dancing Queen“ bringt die tragische Geschichte des Erfolgs so überzeugend auf den Punkt, dass sie über 1.000 Radioeinsätze in Berlin bekam. Holm ist eben Pop, auch wenn der nur halb so glamourös ist, wie sich das manche wünschen. Gäbe es das schottische Postcard-Label noch, Holm wäre bestimmt dabei.
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen