: Hochgekrempelte Ärmel
■ St. Pauli morgen beim Karlsruher SC. Ein Sieg fehlt noch zum Klassenerhalt
„Ein Jahr erste Liga, ein Jahr, ein Jahr...“ hallte es immer wieder durch das Millerntor, als der Aufstieg mit dem 5:0 über Homburg besiegelt wurde. Im leicht ironischen Freudentaumel besangen die St. Pauli-Fans die Aussichten ihrer Mannschaft im Oberhaus, und standen damals mit ihren Zweifeln nicht alleine. Selbst Häuptling Uli Maslo wies auf die Möglichkeit hin, daß es für diesen Sprung vielleicht noch etwas zu früh gewesen sein könnte. Mittlerweile sind die Bedenken jedoch ausgeräumt.
Zwei Spieltage vor Ende dieser Saison hat der Stadtteil-Club fünf Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Das hört sich zwar beruhigend an, doch ein Sieg fehlt noch, um die Fangesänge des vergangenen Junis definitiv Lügen zu strafen. Den könnten die Jungs vom Millerntor zum Beispiel morgen nachmittag im Karlsruher Wildparkstadion einfahren. Berücksichtigt man allerdings die Leistung der letzten Auswärtsauftritte, und die Uefa-Cup-Ambitionen von Hässler & Co., muß dies als gewagtes Unterfangen bezeichnet werden.
Glücklicherweise hat Übungsleiter Maslo jedoch inzwischen ein anderes Bild von seiner Mannschaft, die ja noch gar nicht wisse, was sie eigentlich alles könne. Der Trainer weiß es hingegen und auch, daß bei St. Pauli „die Ärmel hochgekrempelt bleiben“ müssen, denn noch sei in punkto Abstieg nichts entschieden.
Die Fans aber haben sich nun endgültig entschieden und fordern ein weiteres Jahr in der Bundesliga, denn „das haben wir uns verdient“. Dokumentieren wollen sie dies durch ein passendes Auswärts-Outfit, den TUI-UrlauberInnen-Look und euphorische Gesänge: „Nie mehr zweite Liga, nie mehr, nie mehr ...“ masch
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen