Hisbollah in Deutschland: Teherans gefährliche Handlanger

Auch in Deutschland agitiert die Hisbollah gegen Israel und die USA. Der Staat sollte ihr mit Härte begegnen.

Plakat auf einer Demonstration

1. Juni 2019 in Berlin: Ajatollah Chamenei, Hassan Nasrallah und Qasim Soleimani auf einem Plakat Foto: Stephan Boness/IPON

Die Hisbollah, zu Deutsch: „Partei Gottes“, wird direkt vom Iran finanziert, mit Waffen und militärischem Know-how versorgt. Wenn Teheran Kommando gibt, ziehen ihre libanesischen Handlanger in den Kampf. Hisbollah-Kämpfer fielen auf dem Schlachtfeld des syrischen Bürgerkriegs und im Kampf gegen Israel.

Im Gegensatz zur palästinensischen Hamas, die lokal die Israelis aus Palästina vertreiben will, mit den Juden andernorts erklärtermaßen aber keine Probleme hat, agieren die libanesischen Terroristen der Hisbollah international. Sie steckten hinter dem Anschlag in Burgas, bei dem vor knapp acht Jahren fünf Israelis starben, und sie gelten als verantwortlich für die 85 Toten, die das Bombenattentat auf ein jüdisches Gemeindezentrum in Bue­nos Aires 1994 zur Folge hatte.

Auch in Deutschland ist die Hisbollah präsent, wo allerdings nur der militärische Flügel als Terrororganisation gelistet wird. Knapp eintausend offen für die Hisbollah tätige Aktivisten dürfen Spenden sammeln und für ihre Sache agitieren, darunter der Kampf gegen Israel, den „kleinen Teufel“, wie es in der Hisbollah-Charta heißt, und gegen den „großen Teufel“, die USA. Beide gelte es zu vernichten. Dass die Bundesrepublik zwischen der politischen und der militärischen Abteilung der Hisbollah unterscheidet, entbehrt nicht zuletzt mit Blick auf die Hamas, die längst komplett als Terrororganisation gelistet wird, jeder Logik.

Seit Jahrzehnten strickt die iranische Regierung erfolgreich an ihrem Netzwerk treuer Verbündeter. Hassan Nasrallah, Chef der Hisbollah, rief die „Widerstandskämpfer“ weltweit dazu auf, für eine „gerechte Bestrafung“ der „verbrecherischen Mörder“ des iranischen Generals Qasim Soleimani zu sorgen. „An allen Fronten“ will er kämpfen und meint damit sicher nicht nur den Nahen Osten. Schon vor Wochen forderte der Bundestag mehrheitlich das Verbot der Hisbollah. Die Regierung sollte nicht länger warten, den Handlangern der Ajatollahs einen Riegel vorzuschieben.

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Zwischen 1999 und 2019 taz-Nahostkorrespondentin in Israel und Palästina, Jahrgang 1961

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