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Hans-Georg Maaßens Thüringer WahlkreisCampact macht Ramelow Druck

Um den Wahlsieg von Maaßen (CDU) zu verhindern, sieht Campact die Linke in der Pflicht. Sie soll zur Wahl des SPD-Gegenkandidaten aufrufen.

Anna Lehmann

Aus Berlin

Anna Lehmann

Campact macht Druck auf die Linkspartei. In einer Mail, die die Bewegungsplattform am Donnerstagmittag verschicken wird, ruft sie die Sympathisanten dazu auf, an den Thüringer Linken-Ministerpräsidenten Bodo Ramelow und die Bundesvorsitzende der Partei Susanne Hennig-Wellsow zu schreiben. Diese sollen dazu bewegt werden, die Ge­nos­s:in­nen in Thüringen zur strategischen Wahl des SPD-Kandidaten Frank Ullrich aufzurufen. Nur so könne die Direktwahl des CDU-Rechtsaußen Hans-Georg Maaßen verhindert werden, argumentiert campact.

In der Mail, die der taz vorliegt, heißt es wörtlich: „Beide Po­li­ti­ke­r*in­nen müssen merken, wie sehr uns alle das Thema Maaßen umtreibt. Und dass wir erwarten, dass die Linkspartei ihren Anteil dazu leistet, dass es dieser Mann mit seinen rechten Parolen nicht ins wichtigste Parlament des Landes schafft.“

Der auch parteiintern umstrittene Hans-Georg Maaßen bewirbt sich im Wahlkreis 196 um ein Direktmandat. Da er nicht über die CDU-Landesliste abgesichert ist, ist dies seine einzige Chance in den Bundestag einzuziehen.

Wenn sich Linke, Grüne und SPD verbündeten, bestünden beste Chancen, Maaßen zu verhindern, argumentiert campact und beruft sich auf eine Forsa-Umfrage vom Juni. Damals lag der SPD-Kandidat Frank Ullrich vor Maaßen und dem Direktkandidaten der Linkspartei Sandro Witt.

Campact hatte bereits im Sommer versucht die Linke zu überreden ihren Kandidaten zurückzuziehen und sich auf einen gemeinsamen Kandidaten zu verständigen. Das hatte Fraktionschef Steffen Dittes zurückgewiesen. Solche Absprachen würden die Erzählung der Rechten stärken.

Nun nimmt campact also erneut Anlauf. „Für die Linkspartei steht in diesen Tagen viel auf dem Spiel: Gewinnt Maaßen knapp, muss sie sich vorwerfen lassen, persönliche Machtinteressen über den gemeinsamen Kampf gegen Rechts gestellt zu haben“, heißt es der Mail.

Allerdings will campact Ramelow und Co. auch nicht mit einem Shitstorm überziehen und ermahnt deshalb: „Bleiben Sie bei Ihrer Nachricht höflich und freundlich. Aber fordern Sie klar ein, dass sich die Linke für eine strategische Erststimme für Frank Ullrich ausspricht.“

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3 Kommentare

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  • Campact scheint erkannt zu haben,

    dass ein entsprechender Aufruf an SPD Wähler wohl keinen Erfolg hätte.

    Da scheint mir sowohl Analyse und Folgenabwägung

    SCHIEF zu liegen.

  • Egal wie die Wahl ausgeht, Maßen ist eher ein Problem für die Union als für den Bundestag, da sitzen ja noch mehr so ekelhafte Gesellen. Und wenn die WählerInnen im Wahlkreis eben Maßen haben wollen: Bitte schön, sie werden evtl. merken, dass der nicht viel für sie bewirken wird.

  • Soso!?! Die Linken soll zu Gunsten der SPD verzichten, sonst sind sie quasi Schuld daran wenn Maßen gewählt wird? Und das funktioniert nicht auch wenn SPD oder Grüne zu Gunsten der Linken verzichten würden? - Wollen die auch nicht?



    Na Hauptsache das mit der Schuldzuweisung nach Links klappt, wenn's SPD und Grüne versemmeln.



    Frage: Könnte es zufälligerweise nicht auch die Schuld der CDU und deren Wähler sein wenn sie Maßen auf ihre Liste setzen und dann auch noch wählen? Genießen die jetzt den Status der Unzurechnungsfaehigkeit und Schuldunfähigkeit? Oder hat nun Campact nicht mehr alle Latten am Zaun?