Hamburg und das Virus: Alle Schotten dicht

St. Pauli besteht eigentlich aus dem, was jetzt alles nicht mehr sein darf. Die Schriftstellerin Simone Buchholz über ihren Kiez in Zeiten von Corona.

eine leere Straße bei Nacht

Leere auf der „Großen Freiheit“ auf St. Pauli nach dem Ausbruch von Corona Foto: Fabian Bimmer/reuters

Wenn auf St. Pauli die Kirschen blühen, erblühen auch die Menschen. Nach dem Winterschlaf streckt sich der Stadtteil üblicherweise kurz, schickt ein bis zwei Rülpser in den Himmel, kratzt sich unter der Gürtellinie und dann: alle raus da.

Der Winter in Norddeutschland ist grau und nass und ungemütlich, die Straßen sind es auch, deshalb sind zwar die Bars in den dunklen Monaten voll (eine Freundin von mir nennt den Januar immer „Ballsaison!“), aber gerade St. Pauli wirkt dann oft, als würde es schlafen, wenn nicht gerade zum Beispiel ein Fußballspiel ist oder Rummel.

Na ja gut: Viele schlafen auch einfach ihren Rausch aus. Aber plötzlich, so gegen Ende März, wachen die Straßen auf, sie füllen sich exponentiell, es ist ein dynamischer Aufbruch, es lässt keinen kalt, alles, was über den Winter geschlossen war oder sich nur ein bisschen zurückgezogen hat, macht jetzt wieder 24/7 auf, auch die Menschen. Entlang des Hafens breitet sich ein Lächeln aus, und alle führen in einer Tour dieses eine, kleine Gespräch:

„Mensch, wo warst du denn den ganzen Winter, dich hab ich ja ewig nicht gesehen, obwohl, stimmt, jeden Dienstag in der Kneipe, aber sonst wirklich NIE.“

„Ja, höhö, dieser verdammte Scheißwinter.“

Öffentliche Liebesbekundung

Ich beobachte das Schauspiel seit ungefähr 20 Jahren, und jedes Jahr rührt es mich aufs Neue. Es ist eine öffentliche Liebesbekundung zwischen Menschen, ein großes Wiedersehen, eine tiefsitzende Freude am urbanen Leben.

Inmitten seines schönsten Rituals ist St. Pauli gerade voll gegen die Wand gebrettert und rutscht da jetzt so ganz langsam und klebrig zu Boden, es hat eine Gesichtsbremse hingelegt, deren Narben noch sehr lange zu sehen sein werden.

St. Pauli fährt also runter. Macht die Schotten dicht und taucht ab. Wird still, leer, die bunten Lichter, die sonst das Licht des Tages ablösen, gehen Stück für Stück aus.

Normalerweise (wow, das Wort normal läuft mir aber hölzern durch die Tastatur), wenn ich abends an meinem Schreibtisch im Wohnzimmer sitze, auf der Couch liege oder auf dem Balkon stehe, ist an jedem Tag der Woche irgendein Lärm auf der Straße, Gesang, Gelächter, klirrendes Glas. Ich kenne diesen Stadtteil nicht ohne seine Geräusche, ohne die Menschen auf den Straßen, selbst im Winter bei Eisregen rennt St. Pauli draußen rum, auch wenn alle im Frühling immer behaupten, es wäre keiner da gewesen. St. Pauli lebt vom Lärm der Lebewesen, und neben den Möwen und den Hunden gehören da eben auch die Menschen zu, mit ihrer Musik im Körper.

Wie bei den Eltern am See

Jetzt ist es so still wie bei meinen Eltern an einem holsteinischen See. Ich bilde mir ein, dass nicht mal mehr der Hafen zu hören ist. Vielleicht ist er zu traurig, um darüber zu reden?

Auch mir fehlen, während ich das hier schreibe, die Worte dafür, es ist so neu, so unbekannt, mir ist, als müsste ich erst noch was erfinden dafür, aber die leeren Straßen machen auch meinen Kopf so leer. Hier, als eine Art Notmaßnahme, ein einfaches Bild: Der Elbschlosskeller am Hamburger Berg, einer dieser uralten Höllenklassiker, Treppe runter, rein in den Wahnsinn, musste sich vor dem Shutdown erst mal ein neues Schloss einbauen lassen. Das alte war ewig nicht benutzt worden, der Elbschlosskeller hatte seit 70 Jahren durchgehend auf.

Solange es noch geht, laufe ich morgens gegen acht in die Wallanlagen, um mein Lungenvolumen etwas aufzupumpen, und da, wo früher (früher!) um diese Uhrzeit Liebespärchen, Flaschen, Essen und andere Reste von letzter Nacht rumlagen, liegt jetzt nur Traurigkeit. Denn St. Pauli besteht quasi aus dem, was jetzt alles nicht mehr sein darf: Kunst, Kultur, Bars, kleinen Läden. Wir dachten, das sei eine stabile Mischung, ein gute Art zu leben. Wir ahnen jetzt, dass ein großer Teil von dieser Mischung danach – wonach eigentlich? – nicht mehr da sein wird. Er wird vielleicht nicht überlebt haben.

Es gibt Hoffnung, weil unsere Kulturbehörde versprochen hat, auf die Kunst aufzupassen, und auf die kleinen Läden und Bars soll auch aufgepasst werden, aber erst mal müssen wir jetzt auf die Menschen aufpassen, auf die Ärzt*innen und Pfleger*innen und auf die Schwachen und Alten, das ist wichtig, das ist uns allen klar, aber uns ist auch klar, dass wir nicht systemrelevant sind.

Ein Ort wie St. Pauli ist in guten Zeiten eine Bank, in schlechten Zeiten muss man sich so eine abgerissene Truppe von Bohèmiens erst mal leisten können. Die Cafés halten die Winter schon lange nur deshalb durch, weil sie die Verluste im Sommer wieder reinholen. Was, wenn der Sommer 2020 von diesem Scheißkackvirus genauso annulliert wird wie der Frühling?

Dann könnten hier für sehr lange Zeit die Lichter ausgehen, dann hat die Hälfte der Leute keine Jobs mehr, und dann hilft auch keine Kunst vom Balkon oder im Internet. St. Pauli funktioniert nicht im virtuellen Raum, St. Pauli braucht echten Dreck, und das sind nun mal Menschen.

Gute Zeiten, schlechte Zeiten

Aber St. Pauli hat auch etwas, das den Stadtteil retten könnte, St. Pauli hat ein weiches Herz und einen harten Kern: Solidarität. Vielleicht, weil hier alles aus Schiffen gemacht ist, aus den Seelen der Matrosen, aus den Händen der Reeper, aus dem Wissen der Bordsteinvögel – wir sitzen alle in einem Boot und wir ziehen alle an einem Strang. Anders geht es nicht, und nur so kommt man heil durch den Sturm oder zumindest diesen eiskalten Wind, der eben manchmal pfeift und den alle ja schon mal erlebt haben, auf die ein oder andere Art.

Die Solidarität kommt dem Stadtteil gerade aus allen Ritzen gekrochen. Hier ein paar der schönsten Bilder, falls jemand so was gerade brauchen kann: Die Leute in den Wallanlagen sitzen da nicht in Grüppchen, niemand käme auf so einen unsolidarischen Mist, sie joggen im sauberen Abstand von zwei Metern aneinander vorbei und unter den Kirschblüten hindurch, und sie lächeln sich an.

Jeden Morgen kommt mir die junge Frau entgegen, die ihren übergewichtigen Vater Runde um Runde mitschleift, aus Kreislaufgründen, schätze ich. Die urbanen, sonst so abgebrühten Menschen lächeln sich eingeschüchtert vom großen Ganzen an, wenn sie sich begegnen, aus der Ferne natürlich. Es hat sich innerhalb eines Tages eine Einkaufshilfe für alte Leute aufgestellt, eine einzige Rundmail über den Stadtteilverteiler (ja, wir haben so was) hat es gebraucht, jetzt liegt eine Liste mit Telefonnummern für jede Straße in der Apotheke.

Und jeden Tag zwischen 14 und 15 Uhr, wenn an der Kreuzung vorm Drogeriemarkt für eine Stunde die Sonne zwischen den Häusern steht, trafen wir uns, solange es noch möglich war. Mal zu viert, mal zu fünft, mehr Leute sind zu viele, dann verabschiedete sich jemand höflich und geht. Wir standen dort in mindestens zwei Metern Abstand, der Schauspieler, der letzten Sonntag die Idee hatte, sich doch am nächsten Tag einfach wieder hier zu treffen, sagte, er würde immer so spucken beim Reden, also geht doch noch mal einen Schritt zurück.

Wir standen da nicht aus Langeweile, sondern damit die, die alleine leben, einmal am Tag wen sehen, bevor das für lange Zeit vielleicht nicht mehr geht. Und jetzt geht's halt nicht mehr...

Ehrenmann oder Arsch

Als ich meinem Sohn in der zweiten Märzwoche umständlich rücksichtsvoll erklären wollte, warum wir uns jetzt in einer Tour 30 Sekunden die Hände waschen, sprach aus ihm das pralle St. Pauli: Ist doch klar – wäscht du dir die Hände, bist du ein Ehrenmann, wäscht du sie dir nicht, bist du ein Arsch.

In unserem Hinterhof gehen gerade die Kirschblüten auf. Außerdem steht da noch ein Flieder. Ich hoffe so sehr, dass Mitte Mai, wenn der Flieder blüht, auch im Stadtteil ein paar Blüten überlebt haben.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte haben sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit soll der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie Anfang Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen: Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 5. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen sollen die Regeln gelockert werden: PatientInnen oder BewohnerInnen sollen wieder durch eine bestimmte Person besucht werden können.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport soll das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt sein. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga darf die Saison ab Mitte Mai mit Geisterspielen fortsetzen – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten. Was alles unter „Großveranstaltung“ fällt, wird noch geklärt.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios sollen die Ländern Lockerungen eigenständig verantworten.

■ Spielplätze sollen unter Auflagen wieder öffnen – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen werden wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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