: Händler gegen Gen-Soja
■ Die manipulierte US-Bohne soll in Europa doch noch aufgehalten werden
Berlin (taz) – Der europäische Handel will Druck auf die Sojahändler in den USA ausüben: Die Gen-Sojabohne des US-Konzerns Monsanto soll getrennt von herkömmlichen Bohnen auf den Markt kommen. „Unsere Umfragen zeigen: Es gibt eine große Skepsis beim Verbraucher gegenüber der Gentechnik“, so gestern Henrik Körner, Geschäftsführer des Dachverbands des Europäischen Handels in Brüssel. „Einige Supermarktketten haben schon angekündigt, daß sie keine Produkte verkaufen, die Gen-Soja enthalten“, so Kröner. Manche Lebensmittelhersteller hätten ihre Silos vorsorglich mit unmanipulierter Soja gefüllt, um diese Ketten weiterhin beliefern zu können.
Ab Oktober werden in den Südstaaten der USA Sojabohnen geerntet, die gegen das Pflanzengift „Roundup“ von Monsanto resistent sind. Sie machen zwei Prozent der Gesamternte aus. Hiltrud Breyer, für die Grünen im Europaparlament, sieht in einem gemeinsamen Boykott von Handel und Konsumenten den „einzigen Weg, die Zwangsernährung mit genmanipulierter Soja zu stoppen. Schließlich habe sich die EU-Kommission geweigert, eine Kennzeichnungspflicht einzuführen. Insgesamt schätzt die Sojaindustrie, daß in 60 Prozent aller Lebensmittel Soja enthalten ist. rem
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