: Grüne Jugend in der Kritik
Iran Parteipromis rügen den außenpolitischen Kurs der Parteijugend
taz | Während Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel kurz nach der Einigung im Atomstreit am Sonntag in den Iran aufbrach, krachte es heftig bei den Grünen. Auslöser war eine Demo der Initiative „Stop the Bomb“ vor dem Wirtschaftsministerium, zu der auch die Grüne Jugend mobilisiert hatte. Slogan: „Keine Geschäfte mit dem iranischen Regime“.
Die Aktion stieß auf Protest bei namhaften Grünen – darunter Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth, Außenpolitiker Omid Nouripour und Bundesgeschäftsführer Michael Kellner. In einem offenen Brief kritisieren sie, der Parteinachwuchs fördere „undifferenzierte und konfliktverschärfende Positionen“. „Stop the Bomb“ sei als politischer Partner ungeeignet. „Was ist aus dieser Grünen Jugend geworden, wenn sie sich jetzt Gruppen anschließt, die einseitige und interessengeleitete Polemik betreiben?“ Der Grüne-Jugend-Sprecher Erik Marquardt zeigte sich „überrascht“ über die harsche Kritik – schließlich arbeiteten die Grünen selbst oft mit Initiativen zusammen, deren Positionen sie zum Teil ablehnten.
Seine Kochefin Theresa Kalmer warf Gabriel vor, sich um Geschäfte mit dem Iran zu bemühen, statt die Menschenrechtsverletzungen dort anzuprangern. Astrid Geisler
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 330 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen