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„Großer Schmerz“

Appell eines Häftlings aus der JVA Tegel

Eine Nachricht wie ein Schlag in die Magengrube! Ich verbinde mich mit den aufBruch-Leuten und meinen Kollegen hinter Gittern. Da ist viel Angst und Sorge vor der Zukunft. Ein großer Schmerz, dass es so weit gekommen ist und die Einsparungen nicht vor der Kulturseele der Stadt halt machen.

Ich persönlich kann nach fünf Teilnahmen am Tegeler aufBruch-Projekt nur sagen, dass ich heute nicht der wäre, der ich bin. Die Möglichkeit, Theater auf diesem professionellen Niveau zu spielen, mich jedes Mal dadurch weiterzuentwickeln und zu wachsen, haben mir hinter Gittern geholfen, neue Perspektiven zu finden. Wie schön, die Entwicklung der einzelnen Mitspieler zu sehen, deren Augen spätestens nach der ersten Vorstellung leuchteten. Wie viel künstlerisches und soziales Handwerkszeug wurde uns nonchalant und stets meisterlich beigebracht.

Diese Mischung aus Professionalität und Menschlichkeit haben viele Mitspieler das erste Mal in ihrem Leben erfahren. Für viele war und ist aufBruch auf dem Weg in die Freiheit ein Felsen, an dem man sich festhalten und aufrichten kann. Der einem Stabilität gibt. Das macht bei der Wiedereingliederung viel aus.

Liebe Senator*innen: Sie kürzen hier die besten Instrumente, die der Berliner Strafvollzug zu bieten hat. Wenn Projekte wie aufBruch enden müssen, dann müssen die Verantwortlichen im Senat aufhören von Resozialisierung zu sprechen. Dann bewegen wir uns auf einen reinen Verwahrvollzug hin.

Für mich gehören die Theaterzeiten zu den intensivsten und schönsten Erfahrungen meines Lebens. Das muss weitergehen, koste es, was es wolle. Paul E.

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