Große Spendenbereitschaft in Potsdam: Kind verliert Hand, vermutlich durch Kugelbombe
Ein Kind findet an Neujahr einen Gegenstand und zündet ihn an. Nach einer Explosion wird es schwerst verletzt. Sein Sportverein ruft zu Spenden auf.
Foto: Patrick Pleul/dpa
dpa | Der Potsdamer Sportverein Fortuna Babelsberg hat nach den schweren Verletzungen eines zwölfjährigen Jungen zu Spenden aufgerufen – mit großem Erfolg. Bis Sonntagmittag wurden mehr als 7.000 Euro von 297 Spendern gesammelt, wie aus der Paypal-Spendenseite hervorgeht, die der Verein eingerichtet hat, bei dem der Junge Mitglied ist. Vermutlich war die Explosion einer Kugelbombe die Ursache für die Verletzungen.
„Manchmal führt ein kleiner Fehler zu einem verheerenden Schicksalsschlag“, schrieb der Verein bei Facebook. „Er schwebt nicht mehr in Lebensgefahr, wird allerdings ein Leben lang mit den Folgen zu kämpfen haben. Wir möchten die Familie mit dieser Spendenaktion beim anstehenden Regenerationsprozess unterstützen und jede noch so kleine Spende kann behilflich sein.“ Zuvor hatte die „Märkische Allgemeine“ darüber berichtet.
Der Junge hatte am Neujahrstag laut Polizei auf einem Sportplatz einen „apfelsinengroßen Gegenstand“ gefunden und ihn angezündet. Der Gegenstand explodierte. Laut Unfallkrankenhaus Berlin erlitt der Junge schwere Verletzungen im Bauch, im Unterleib und im Gesicht an mindestens einem Auge und Ohr; auch beide Hände seien schwer geschädigt. An der rechten Hand verlor der Junge laut Klinik praktisch alle Finger samt Daumen.
Möglicherweise war der Feuerwerkskörper ein Blindgänger aus der Silvesternacht. Die Polizei fand Teile eines pyrotechnischen Knallkörpers. Kugelbomben oder Feuerwerkskugeln sind in Deutschland nur für staatlich geprüfte Pyrotechniker zugelassen. Im vergangenen Jahr war ein siebenjähriger Junge in Berlin von einer Kugelbombe lebensgefährlich verletzt worden. Zwei Petitionen für ein bundesweites Böllerverbot wurden inzwischen von fast 2 Millionen Menschen unterzeichnet.
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