lichtblick der woche: Großbritannien streicht fossiles Geld
Wenigstens im Ausland will das Vereinigte Königreich nicht mehr finanziell dazu beitragen, dass Infrastruktur für die fossile Energieversorgung gebaut wird. Das hatte Premierminister Boris Johnson schon im Dezember vage angekündigt, in der vergangenen Woche machte die Regierung es nun konkret: Schon ab dem 31. März soll kein öffentliches Geld mehr fließen.
Die Entscheidung könnte einige Großprojekte kippen. Der französische Ölkonzern Total hatte sich zum Beispiel eine Finanzspritze vom staatlichen britischen Exportkreditinstitut erhofft, um eine gigantische Öl-Pipeline von Uganda nach Tansania zu bauen. Im April will Total eine finale Investitionsentscheidung treffen und braucht bis dahin noch internationale Finanzzusagen in Höhe von 2,5 Milliarden US-Dollar.
Ganz wasserdicht ist die neue britische Regelung nicht. Sie lässt Ausnahmen zu, voraussichtlich für einige Erdgas-Projekte. Dennoch ist Großbritannien damit Vorreiter unter den großen Volkswirtschaften. Zwar hat Frankreich schon seit dem vergangenen Jahr einen Ausstiegsplan für fossile Auslandsinvestments, lässt sich aber deutlich mehr Zeit. Erst ab 2025 soll kein öffentliches Geld mehr in Ölförderung und -produktion im Ausland fließen, beim Gas soll erst 2035 Schluss sein.
Deutschland gilt bei dem Thema als Nachzügler. „Die britische Regierung zeigt mit ihrer Ankündigung den Weg“, sagte Regine Richter von der NGO Urgewald. „Die KfW hingegen hat bei der Erarbeitung ihrer ‚Roadmap Sustainable Finance‘ dabei versagt, fossilen Energien klar den Rücken zu kehren.“ (scz)
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