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Golden Informationsministerium

■ Mumia Abu-Jamal-Pressekonferenz im Pudel's Club

Freiheit bzw. faires Verfahren für Mumia Abu-Jamal!, so einmal mehr das Motto eines am 30.9. in der Markthalle stattfindenden Benefizkonzertes, das die Hamburger Sektion des internationalen Solidaritätsbündnisses „Free Mumia Abu-Jamal“ gestern auf einer Pressekonferenz im Golden Pudel's Club vorstellte. Angekündigt wurde ein musikalisches Programm, wie es seit den Zeiten des „Wohlfahrtsauschuss“ unmöglich schien: HipHopper wie Deichkind oder Ferris MC werden neben Bands wie Die Golden Zitronen, Veranda Music oder Stella auftreten und das ist erst das halbe Programm.

In dem ehemaligen Informatons-minister der Black-Panther-Party und späteren linksradikalen Journalisten findet sowohl die politische Restlinke als auch die von afroamerikanischem Widerstand qua Hiphop inspirierte Popkultur eine ideale Identifikationsfigur.

Trotz dieser günstigen Voraussetzungen bleibt die Organisationskraft und Effizienz der „Free Mumia“-Initiative jedoch verblüffend. Allein in diesem Jahr organisierte man einen Staffellauf um die Alster, die bundesweite Demo zum Thema sowie eine Alsterüberquerung, nach der dem US-Konsulat eine Unterschriftenliste zwecks Weiterleitung nach Washington übergeben wurde.

Dementsprechend wohldosiert, aber umfassend, war das, was die etwas spärlich erschienenen Pressevertreter zu hören bekamen. Verschiedene Mitglieder der „Free Mumia“-Initiative äußerten sich zum aktuellen Stand der Dinge: neueste Entwicklung ist der für den Herbst zu erwartende erneute Hinrichtungsbefehl, begleitet von einer Kampagne der sich aus US-Polizistenverbänden rekrutierenden, konservativen Anti-Mumia-Lobby.

Behinderungen und Benachteiligungen der Verteidigung auf der einen, einseitig zu ungunsten des Angeklagten eingesetzte Beweismittel und Interpretationen andererseits durchziehen das gesamte Verfahren gegen Mumia Abu-Jamal von 1982 bis heute. Sie geben ein frappantes Beispiel für eine offen politisch und rassistisch agierende Justiz.

„Mumias Werdegang als Afro-Amerikaner ist für US-Verhältnisse nichts besonderes“, so Initiative-Mitglied Goetz Steeger, „ Die frühe Konfrontation mit Rassismus und Polizeibrutalität ist etwas, das Millionen Schwarzen wiederfährt. Mumia hat immer darüber geschrieben, und das macht ihn bis heute zu einer amerikanischen Gefahr.“ Initiatoren und die zahlreich erschienenen, an dem Benefiz beteiligten Musiker waren sich allerdings auch darüber einig, dass das Schicksal Abu-Jamals jenseits des Einzelfalles Anlaß dazu geben sollte, gegen Todesstrafe, Rassismus und politische Justiz im allgemeinen anzugehen. Hartwig Vens

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