Glück bei der Überfahrt nach Europa: Flüchtlinge gerettet
Mehr als 500 Bootsflüchtlinge wurden vor Sizilien gerettet. Indes kam es in Rom zu einer Audienz bei Papst Franziskus mit EU-Parlamentspräsident Martin Schulz.
ROM afp/dpa | Mehr als 500 Flüchtlinge sind am Freitag in der Straße von Sizilien aus Seenot gerettet worden. Ein maltesisches Schiff kam am frühen Morgen zunächst etwa 200 Einwanderern in zwei Schlauchbooten zur Hilfe, die noch in libyschen Gewässern einen Notruf abgesetzt hatten, wie die italienische Küstenwache mitteilte.
Ein unter der Flagge der Bahamas fahrendes Schiff rettete darüber hinaus 118 Flüchtlinge. Bei einer weiteren Rettungsaktion wurden 175 Insassen zweier anderer Boote in Sicherheit gebracht.
Vor der Insel Lampedusa setzten unterdessen die Taucher ihre Suche nach den Opfern des Schiffsunglücks von vergangener Woche fort. 312 Leichen wurden bis zum Freitagnachmittag geborgen. Das Boot mit hunderten Flüchtlingen aus Afrika an Bord war am Donnerstag vergangener Woche gekentert. Nur 155 Insassen konnten gerettet werden. Seit dem Unglück wird in der EU heftig über die europäische Flüchtlingspolitik diskutiert.
In Rom kam es indes zu einer halbstündigen Audienz bei Papst Franziskus' mit dem EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, in der über das Schicksal der Flüchtlinge in Lampedusa und Europas Immigrationspolitik gesprochen wurde. Mehr Solidarität und Zusammenarbeit seien notwendig im Kampf gegen die Verzweiflung, sagte Schulz am Freitag in Rom nach dem Treffen mit Franziskus. Europa müsse Italien nach dem Schiffbruch vor Lampedusa helfen.
Die Stellungnahmen des Papstes in den ersten Monaten seines Pontifikats hätten ihn ermutigt, ihm diese Botschaft zu überbringen. Schulz lud Franziskus ein, das EU-Parlament in Straßburg zu besuchen.
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