Globaler Klimastreiktag am Freitag: „Zeichen vor Glasgow“

Fridays for Future ruft für Freitag zum achten weltweiten Streik auf, um Druck vor der Internationalen Klimakonferenz zu erzeugen.

Drei Studentinnen protestieren gegen den Klimawandel

Klima-Aktivistinnen protestieren in Nairobi, Kenia Foto: Dai Kurokawa/epa

HAMBURG taz | Zwei Tage vor der Bundestagswahl und knapp sechs Wochen vor der UN-Klimakonferenz in Glasgow findet der achte globale Klimastreik statt. Dazu ruft Fridays for Future auf. Unter dem Motto „Uproot the system“, auf Deutsch etwa „Stellt das System auf den Kopf“, wollen sich über 1.160 Ortsgruppen auf allen Kontinenten beteiligen. In Deutschland soll in 428 Städten demonstriert werden, auch in Burundi, Indonesien, Bolivien, dem Libanon und der Arktis meldeten Ortsgruppen Proteste an.

Als Generationenkonflikt wollen die Ak­ti­vis­t*in­nen die Klimakrise schon seit vergangenem Jahr nicht mehr verstehen. „Der Eindruck, das Klima interessiere nur junge Menschen, ist falsch“, sagt Fridays-Sprecherin Carla Reemtsma. In vielen Ländern seien die Folgen der Erderhitzung schon lange real für alle Generationen, auch in Deutschland seien die Folgen längst spürbar. „Natürlich betrifft der Klimawandel Jüngere stärker, aber er ist kein zukünftiges Problem“, sagt Reemtsma.

So steht am Freitag wie schon bei vergangenen Streiks die globale Gerechtigkeit im Vordergrund. „Die Eliten des globalen Nordens haben durch Kolonialismus, Imperialismus, systematische Ungerechtigkeit und Gier die Klimakrise verursacht“, schreiben die Ak­ti­vis­t*in­nen im internationalen Aufruf. Reparaturzahlungen an die am stärksten betroffenen Menschen und Regionen könnten dabei nur der Anfang sein, sofort fällig wären zudem drastische Emissionsreduktionen, Schuldenschnitte und eine globale Covid-Impfgerechtigkeit. Dauerhaft müsste das ungerechte System durch eines ersetzt werden, das die Menschen und den Planeten in den Vordergrund stelle.

Die verflixten 1,5 Grad

In Deutschland kritisieren die Ak­ti­vis­t*in­nen den „verlogenen Wahlkampf“, in dem die Parteien das Klimathema instrumentalisierten, ohne dabei auch nur ansatzweise ausreichend Maßnahmen zur Bekämpfung der Krise zu vertreten. „Keine der möglichen Koalitionen wird ohne den massiven Druck von der Straße die 1,5-Grad-Grenze einhalten“, sagt die Hamburger Fridays-Sprecherin Maia Stimming.

Das Datum des Streiks habe mit der Bundestagswahl wenig zu tun, sagt Carla Reemtsma. Wichtig sei bei der Terminfindung gewesen, ein starkes Zeichen vor Glasgow zu setzen. Auf die Frage, ob die achte Wiederholung des Streiks überhaupt noch Druck erzeugen könne, sagt sie: „Niemand hat erwartet, die Klimakrise mit ein, zwei Streiks lösen zu können.“ Nötig sei eine Bandbreite an Aktionsformen, von der Beteiligung in den Parlamenten über Massendemonstrationen bis zu zivilem Ungehorsam.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Klimawandel

Wir würden Ihnen hier gerne einen externen Inhalt zeigen. Sie entscheiden, ob sie dieses Element auch sehen wollen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Alle Artikel zum Thema

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de