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PortraitGläubiger Mediziner

Die meisten Menschen, meint Gert Kotter, „stellen sich die Frage: Was kann ich selbst tun, um zu helfen?“ Der Mediziner, der in einer frauenärztlichen Gemeinschaftspraxis in Flensburg arbeitet, beantwortete sich diese Frage nach einem Blick in den „Musterschrank“ seines Sprechzimmers: Die dort gesammelten Medikamentenproben können in anderen Teilen der Welt helfen, Leben zu verlängern. Dringend benötigt werden sie in Griechenland, wo infolge der Wirtschaftskrise das Medizinsystem krankt.

Kotter, seine Frau – auch Ärztin – und eine weitere Kollegin brachten einen Umzugskarton Medikamente zusammen. Nach Spendenaufrufen in medizinischen Fachzeitungen waren es zehn Kartons, dazu kamen Gehhilfen, Spritzen, Messgeräte. Inzwischen ist die Wagenladung Hilfsgüter in Griechenland, überbracht von der örtlichen Deutsch-Griechischen Gesellschaft. Kotter will weiter sammeln: „Man muss den Leuten die Chance geben, ihr Potential zum Helfen auszuschöpfen.“

Eigentlich wollte Kotter, der 1959 in Wilhelmshaven geboren wurde, Pastor werden. Er studierte ab 1979 Theologie in Göttingen. Kurz vor dem Examen stellte er fest, dass seine „Jugendgruppenfrömmigkeit zwar reichte, mich ins Studium hinein, aber nicht hindurch zu tragen“. Er wechselte zur Medizin, machte seine Facharzt-Ausbildung und bekam später eine Stelle als Oberarzt in Flensburg. Zwischen Theologie und Medizin sieht er keinen gewaltigen Unterschied: „Es geht darum, Menschen in extremen Situationen zu begleiten.“

Die Lage in Griechenland, wo wegen fehlender oder nicht bezahlbarer Medikamente Kranke ohne Behandlung weggeschickt werden müssen, sei „eine Katastrophe“, sagt Kotter: „Für mich wäre es unerträglich, so zu arbeiten – ich müsste meinen Beruf aufgeben.“ Est

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