: Gerüst für EU-Verfassung
Präsident des EU-Konvents legt ersten Entwurf vor. Bürger der Union sollen doppelte Staatsbürgerschaft bekommen
BRÜSSEL afp/dpa ■ Der Präsident des Konvents zur Reform der EU Valéry Giscard d’Estaing hat gestern einen ersten Verfassungsentwurf vorgelegt. Vor dem Konvent sprach Giscard von einem „Gerüst für einen Verfassungsvertrag“. Die Inhalte müsse der Konvent nun erarbeiten. Der Text umreißt Prinzipien, Aufgaben, Ziele, Kompetenzen und Funktionsweise der EU nach der für 2004 geplanten Erweiterung. Allerdings bleiben zahlreiche strittige Fragen offen – etwa, ob ein EU-Präsident die Union nach außen vertreten soll.
Nach dem Entwurf sollen alle EU-Bürger eine doppelte Staatsbürgerschaft bekommen: die ihres Heimatlandes und die der EU. Die Verfassung soll den Bürgern Rechte wie Freizügigkeit und ein Aufenthaltsrecht innerhalb der Union garantieren. Gemeinsame Werte wie Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sind schon in der EU-Grundrechtecharta definiert. Diese könnte in die Verfassung integriert werden, hieß es.
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen