Geldinstitut will mehr Klimaschutz: Commerzbank ohne Kohle

Die zweitgrößte deutsche Bank gibt sich neue Regeln, die Kunden zu mehr Klimaschutz bewegen sollen. Nur ein kleiner Teil des Portfolios ist betroffen.

Blaue Stunde Skyline Frankfurt mit Commerzbank Türmen

Blaue Stunde in Frank­furt: S­ky­line mit Commerzbank Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

BERLIN taz | Die teilweise staatliche Commerzbank drängt ihre Kunden zu mehr Klimaschutz. Bestandskunden, die aktuell mindestens 20 Prozent ihres Umsatzes oder ihrer Stromerzeugung mit Kohle erzielen, gibt das Geldhaus ab sofort noch bis 2025 Zeit, einen Plan für den Kohleausstieg bis 2030 zu erarbeiten. „Wir unterstützen unsere Kunden bei ihrer Transformation und wollen ihnen dafür auch die notwendige Planungssicherheit geben“, hieß es in einer Mitteilung vom Montag.

„Sehen wir auf Kundenseite jedoch keine konkreten Anstrengungen, das Geschäftsmodell nachhaltig auszurichten, werden wir die Geschäftsbeziehung beenden“, kündigte Firmenkundenchef Michael Kotzbauer an. Dies sei Teil einer ab Januar geltenden Richtlinie, mit der der „Grenzwert für Unternehmen mit Kohlebezug signifikant“ gesenkt werde.

Auch neue Geschäftsbeziehungen mit Unternehmen, die mehr als 20 Prozent ihres Umsatzes oder ihrer Stromerzeugung mit Kohle erzielen, wird die Commerzbank nach eigenem Bekunden nicht mehr zulassen.

Insgesamt ist wohl nur ein kleiner Teil der Commerzbank-Kunden betroffen: In den vergangenen zwei Jahren habe die zweitgrößte deutsche Bank ihr Kohleportfolio bereits halbiert, teilte das Geldhaus mit. Zurzeit liege es bei rund einer Milliarde Euro. Das entspreche rund 0,2 Prozent des Gesamtportfolios der Bank.

Auch keine Finanzierung mehr von Öl und Gas

Das Institut werde zudem keine neuen Geschäftsbeziehungen mit Unternehmen eingehen, die Ausbaupläne bei Öl und Gas verfolgen. „Bestehende Geschäftsbeziehungen in diesen Bereichen werden regelmäßig auf Umwelt- und Sozialaspekte überprüft“, hieß es. Auch die Finanzierung von neuen Ölkraftwerken sowie Finanzierungen für Öl- und Gasförderprojekte seien künftig „grundsätzlich ausgeschlossen“.

Auf der UN-Klimakonferenz im November in Glasgow hatten 450 Finanzinstitutionen aus 45 Ländern verkündet, ihr Anlagevermögen in Höhe von 130 Billionen US-Dollar nur noch im Einklang mit dem 1,5-Grad-Ziel zu investieren. Danach sollten die Gelder bis 2050 Klimaneutralität gewährleisten und bis 2030 im Vergleich zu heute einen Rückgang der durch das Portfolio verursachten Emissionen um 50 Prozent sicherstellen.

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