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Geldflucht stoppen

Französische Nationalversammlung kritisiert Geldwäsche in Luxemburg. Die Europäische Union soll eingreifen

BERLIN dpa/afp/taz ■ Die „Finanzfestung“ Luxemburg im Herzen der EU stellt nach einem französischen Parlamentsbericht ein wesentliches Hindernis im Kampf gegen Finanzdelikte und Geldwäsche dar. Das liege vor allem am begrenzten Willen zur juristischen Zusammenarbeit dieses „wahrhaftigen Banken-Paradieses“, hält der am Dienstag in Paris veröffentlichte Bericht einer Arbeitsgruppe von Parlamentariern an die Nationalversammlung fest.

Die Arbeitsgruppe des französischen Parlaments appellierte an die Europäische Union, streng gegen Luxemburg vorzugehen, damit das zu strikte Bankgeheimnis abgeschafft werde, das Geldwäsche erheblich begünstige.

Das Großherzogtum, das Investoren und Sparern Verschwiegenheit und Anonymität garantiere, sei einer der reichsten Staaten der Welt geworden, heißt es in dem 320 Seiten umfassenden Bericht. Noch immer praktizierten Tausende EU-Bürger einen regelrechten „Steuertourismus“ nach Luxemburg, um ihre Sparguthaben bei den dortigen Bankhäusern zu deponieren und vor den Kontrollen der heimischen Finanzbehörden zu verbergen.

Die an dem Report beteiligten Abgeordneten beklagen, dass die luxemburgischen Behörden zu langsam handelten und Widerstand zeigten, wenn es im Kampf gegen Geldwäsche und andere Straftaten darum gehe, das Bankgeheimnis oder die Steuerbefreiung für Bankkunden aufzugeben.

Die Arbeitsgruppe hatte in der Vergangenheit auch Monaco und die Schweiz kritisiert. Bern führe nur einen Schaukampf gegen Geldwäsche, Monaco sei weiter eine Drehscheibe und ein Paradies für Geldwäscher, hieß es in den Berichten. Die Schweiz und das Fürstentum wiesen die Vorwürfe zurück. KOCH

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