piwik no script img

Geheimdienstchef verurteilt

Madrid (taz) – Weder die Unterstützung aus dem Verteidigungsministerium noch die gezielten Behinderungen seitens der Staatsanwaltschaft verhinderten den Richterspruch: Der ehemalige Chef des spanischen militärischen Abschirmdienstes Cesid, Emilio Alonso Manglano, wurde am späten Mittwoch nachmittag vom Madrider Provinzgericht zu sechs Monaten Haft und acht Jahren Entzug der politischen Bürgerrechte verurteilt. Der Operationschef des Hauses, Juan Alberto Perote, erhielt die gleiche Strafe, fünf Untergebene jeweils vier Monate Haft und sechs Jahre Inhabilitation. Manglano und seine Agenten wurden für schuldig befunden, von 1984 bis 1995 „in einer üblichen Praxis“ Handy-Frequenzen abgehört zu haben. Zu denen, die auf Cassetten registriert das Cesid-Archiv füllten, gehört neben Politikern und Unternehmern auch Staatschef König Juan Carlos. Die Neugier der Militäragenten flog 1995 auf, als der Tageszeitung El Mundo umfangreiches Material zugespielt wurde. Der jetzige Cesid-Chef Calderon und der Verteidigungsminister unter der konservativen Regierung Aznars, Serra, wollen Revision einlegen. rw

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen