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Gehackte Bildungswolke

Niedersachsens Bildungscloud kommt – mal wieder – später

Die überfällige Einführung der Bildungscloud in Niedersachsen hat sich um eine weitere Woche verzögert. Schuld war dieses Mal ein Hackerangriff, wie Anfang der Woche bekannt wurde.

Niedersachsen verwendet eine Variante der Schulcloud, die vom Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam entwickelt wurde und auch in anderen Bundesländern verwendet wird. Im Saarland war aufgefallen, dass sich Unbekannte Zugang zu Schülerdaten verschafft hatten. Offenbar sind rund 100 Namen nach außen gelangt.

Mittlerweile hat das Kultusministerium verkündet, Niedersachsens System sei von der Sicherheitslücke nicht betroffen. Am Montag sollen nun weitere 450 Schulen Zugang zur Bildungscloud erhalten – 2.000 haben Interesse bekundet, mehr als drei Viertel stehen also noch immer in der Warteschlange.

Die besteht nicht erst seit Corona: Die Bildungscloud befindet sich seit 2017 in der Test- und Erprobungsphase, an der in Niedersachsen etwas mehr als 40 Schulen teilnahmen. Drei Jahre sind im IT-Bereich eine Ewigkeit und die mehrfache Verschiebung der flächendeckenden Einführung hatte schon vor der Krise für Unmut gesorgt. Dank Corona hat das Bundesbildungsministerium die Förderung des HPI noch einmal aufgestockt.

Viele Schulen haben sich zwischenzeitlich mit anderen Lösungen arrangiert: IServ und Moodle sind weit verbreitet. Wobei IServ sogar aus Niedersachsen kommt: Entwickelt wurde es von einem Braunschweiger Start-up, das mittlerweile zu den größten privatwirtschaftlichen Anbietern auf dem Markt gehört. Im Gegensatz zu anderen Krücken arbeitet IServ sogar datenschutzkonform.

Wobei man es mit dem Datenschutz in Niedersachsen im Moment nicht so genau nimmt: Um den akuten Kommunikationsbedarf zu decken, hatte das Kultusministerium zwischenzeitlich sogar den schulischen Einsatz von Whatsapp, Skype und Co. freigegeben. Zum Entsetzen der Datenschutzbeauftragten. Diese Dienste aus dem Hause Facebook greifen nämlich nicht nur Schülerdaten ab und entführen sie in die USA, sondern gleich alle Kontakte, die im Smartphone sonst noch gespeichert sind. Nadine Conti

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