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Freilassungen in Kuba127 Gefangene sind frei

US-Präsident Biden hatte Kuba von der US-Liste der Terrorismus unterstützenden Staaten streichen lassen. Freigelassen wurden nun auch kubanische Oppositionelle.

AFP | In Kuba sind seit der Streichung des Landes von der US-Terrorliste bislang 127 Gefangene freigelassen worden. Diese Anzahl an Häftlingen sei „zwischen Mittwoch und Donnerstag (…) vorzeitig entlassen worden“, erklärte Maricela Sosa, stellvertretende Vorsitzende des Obersten Gerichtshofs Kubas.

Am frühen Donnerstagmorgen hatten vier Häftlinge, die wegen ihrer Teilnahme an Protesten gegen die Regierung im Juli 2021 verurteilt worden waren, das Gefängnis San Miguel del Padrón in einem Vorort der Hauptstadt Havanna verlassen, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Auch am Mittwoch hatten inhaftierte Demonstranten ihr Gefängnis verlassen.

Unter den Freigelassenen war der bekannte kubanische Dissident José Daniel Ferrer, der wegen der Teilnahme an Protesten gegen die kommunistische Regierung Kubas schon mehrfach im Gefängnis saß. Nach seiner Freilassung rief Ferrer in einem Interview mit einem in den USA ansässigen Radiosender seine Mitbürger auf, „keine Angst“ vor der Regierung in Havanna zu haben. Diese sei „zunehmend ängstlich“ und „schwach“.

Am Dienstag hatte der scheidende US-Präsident Joe Biden verkündet, Kuba von der US-Liste der Terrorismus unterstützenden Staaten zu streichen. Danach erklärte Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel, es werde insgesamt „553 wegen verschiedener Verbrechen ordnungsgemäß verurteilten Personen die Freiheit“ gewähren.

Trump setzte Kuba auf Terrorliste

Vor vier Jahren hatte der damalige und künftige Präsident Donald Trump Kuba auf die US-Liste der Terrorunterstützer gesetzt, auf der auch Syrien, der Iran und Nordkorea verzeichnet sind.

Der designierte US-Außenminister, der kubanischstämmige Marco Rubio, ließ erkennen, dass die von Biden beschlossene Streichung nur von kurzer Dauer sein könnte. Er habe „keinen Zweifel daran, dass sie alle Voraussetzungen erfüllen, um ein staatlicher Förderer des Terrorismus zu sein“, sagte Rubio am Mittwoch in seiner Befragung durch den US-Senat.

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2 Kommentare

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  • Der Erwin

    Auf meinen Wanderungen durch Cuba konnte ich immer wieder eindrucksvoll erfahren, wie sehr der Sozialismus den Menschen unterdrückt, Not und Armut generiert.



    Eigentlich fröhliche Menschen, die in oftmals tiefer Verzweiflung versuchen, in der allgegenwärtigen Not halbwegs würdig zu überleben, das tägliche Leben zu Meistern. Frauen, die sich aus der Not heraus prostituieren, Männer, die willkürlich im Gefängnis sitzen, Waren des täglichen Bedarfs -ja selbst Klopapier-, die es nur gegen knappe Dollars gibt. Über allem schwebt die allgegenwärtige Partei mit den ewig-hohlen Parolen eines Che oder Fidel. Eine Dystopie unter karibischer Sonne.

    P.S.: Nein, das sieht man NICHT auf Varadero oder im klimatisierten Touristenbus nach La Habana.

    • Ringsle

      @Der Erwin:

      Wenn Sie Sozialismus mit Armut gleichsetzen, haben Sie nicht Unrecht.



      Tatsächlich halte ich es für etwas komplexer: Sie schildern die Perspektive des in Wohlstand lebenden Westlers, der schockiert über den Preis von Klopapier ist. Das jedoch dürfte den durchschnittlichen Kubaner weit weniger besorgen, als die mangelnde Verfügbarkeit essentiellerer Dinge, wie bestimmter Lebensmittel.

      Am Ende aber ist es Armut.



      Armut, die in krassem Kontrast zum hohen Bildungsstand und der in vielen Bereichen hoch entwickelten Gesellschaft steht.



      Und an dieser Armut könnte durchaus der "Sozialismus" seinen Teil der Verantwortung tragen.



      Wie viel das autoritäre Regime mit den ursprünglichen sozialistischen Ideen gemein hat, sei mal dahingestellt.