Flughafen Frankfurt am Main: Der Airport expandiert
Flughafenbetreiber Fraport baut den Terminal 3. Dieser ist politisch umstritten. Die Linke in Hessen wirft den Grünen nun ein „Umkippen“ vor.
FRANKFURT taz | Der Frankfurter Flughafen, Deutschlands größter Airport, expandiert. Das gab am Mittwoch der Aufsichtsrat in Frankfurt bekannt. Noch 2015 soll mit dem Bau des politisch umstrittenen Terminal 3 begonnen werden. Die Linken im hessischen Landtag werfen dem grünen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir jetzt vor, „umgekippt“ zu sein. Er hatte vor der Wahl versprochen, dass es mit ihm keine weitere Flughalle geben würde.
Die neue Abfertigungshalle ist seit Jahren rechtlich ungefährdet, da Flughafenbetreiber Fraport die nötigen Genehmigungen bereits hat. Weil die Erweiterungspläne auf Widerstand bei Anwohnern stießen, die eine Zunahme des Fluglärms fürchten, überprüfte der Flughafenbetreiber das Vorhaben mehrfach.
Die Grünen in Hessen hatten einen Ausbau bestehender Infrastruktur statt eines Neubau befürwortet. Ein von ihnen in Auftrag gegebene Gutachten attestierte, dass die Zahlen von Fraport zu optimistisch seien. Nach „detaillierter Analyse der Prüfgutachten der Hessischen Landesregierung zur Bedarfsentwicklung“ sei man aber zum Schluss gekommen, dass der Neubau notwendig sei“, erklärte Fraport-Chef Stefan Schulte. Mit einem Ausbau der bestehenden zwei Terminals könne man dem prognostizierten Passagieraufkommen von bis zu 73 Millionen Gästen nicht begegnen.
Während die CDU-Landtagsfraktion Hessen die Ankündigung des Flughafenbetreibers begrüßte, bedauerte der grüne Koalitionspartner den Schritt. „Wir halten es für falsch“, sagte Fraktionschef Mathias Wagner.
Janine Wissler, die Vorsitzende der hessischen Linken, warf der Landesregierung vor, ein kleines „Schau-Aufbäumen“ inszeniert zu haben, um der „Koalitionsvertrag-Prosa“ Genüge zu tun. Das nun gebrochene Wahlversprechen Al-Wazirs stehe für „das Umfallen der Grünen beim Flughafenausbau.“
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