Flüchtlinge in Skandinavien

Norwegen verschärft Asylregeln

Wegen 30.000 Asylanträgen bei fünf Millionen Einwohnern soll nun der Familiennachzug erschwert werden. Anforderungen werden strenger gemacht.

Felsbrocken und Fjord

Norwegen gilt als wunderschön, kalt und reich. Und recht karg. Foto: dpa

STOCKHOM ap | Norwegen verschärft seine Asylgesetze. Die Mitte-Rechts-Regierung beschloss am Dienstag unter anderem, den Familiennachzug zu erschweren und künftig strenge Anforderungen an eine ständige Aufenthaltserlaubnis zu stellen. Einwanderungsministerin Sylvi Listhaug sagte, Norwegen verzeichne in diesem Jahr mit 30.000 Asylanträgen eine der höchsten Raten in Europa im Vergleich zu seiner Bevölkerung von 5,1 Millionen Einwohnern. Die Quote liegt bei knapp 0,6 Prozent der Bevölkerung.

Listhaug sagte, für kommendes Jahr rechne sie mit 10.000 bis 100.000 Anträgen auf Asyl. „Falls wir irgendwo in Nähe der zweiten Zahl kommen, könnte dies gewalttätige Auswirkungen auf unsere Wohlfahrtsgesellschaft haben“, sagte sie der Nachrichtenagentur NTB zufolge. In Norwegen haben Asylbewerber in vielen Fällen Anspruch auf die gleichen Sozialleistungen wie Einheimische.

Asylrechtler kritisierten die Pläne, die noch vom Parlament genehmigt werden müssen. Die Regierung versuche, Menschen zu bestrafen, die ein Recht auf Schutz hätten, sagte Andreas Furuseth von der Organisation für Asylsuchende.

Norwegen gilt als eines der reichsten Länder der Erde. Der mit Einnahmen aus dem Öl- und Gasverkauf gespeiste Staatsfonds verwaltete Ende 2014 umgerechnet knapp 700 Milliarden Euro.

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