Festnahmen in Stockholm: Rechte Jagd unterbunden
Rassisten riefen in Schweden zum „Handeln“ gegen Migranten auf und wollten zur Tat schreiten. Die Polizei und Gegendemonstranten konnten das verhindern.
dpa | Nach Zusammenstößen bei einer Demonstration gegen die Flüchtlingspolitik der schwedischen Regierung sind in Stockholm drei Personen festgenommen worden. Nur durch ein großes Polizeiaufgebot konnten die rund 100 Teilnehmer des fremdenfeindlichen Protests im Stadtzentrum von etwa 200 Gegendemonstranten getrennt werden.
Den Festgenommenen wird Körperverletzung vorgeworfen, wie Polizeisprecher Kjell Lindgren der Deutschen Presse-Agentur am Samstag sagte. Angriffe auf Flüchtlinge oder andere Migranten seien der Polizei nicht zur Kenntnis gelangt.
Am späten Freitagabend hatte eine Gruppe von Männern nach Polizeiangaben Handzettel in der Innenstadt von Stockholm ausgeteilt, auf denen zum „Handeln“ gegen illegal eingereiste Migranten und unbegleitete Kinder aufgerufen wurde.
Einige lieferten sich demnach ein Handgemenge mit Polizisten. Ein Mann habe einen Zivilpolizisten mit der Faust ins Gesicht geschlagen, er sei nach seiner Festnahme am Samstag aber wieder freigelassen worden, sagte Lindgren. Acht weitere wurden kurzzeitig in Gewahrsam genommen, einer von ihnen trug einen Schlagring bei sich.
Schweden gehört zu den Hauptaufnahmeländern für Flüchtlinge in Europa. Vergangenes Jahr stellten 163.000 Menschen einen Asylantrag in dem Land mit zehn Millionen Einwohnern – mehr als je zuvor.
Innenminister Anders Ygeman kündigte vor kurzem an, dass Polizei und Migrationsbehörde sich auf die Ausweisung von bis zu 45 Prozent der angekommenen Asylbewerber vorbereiten sollten.
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