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Farbenfroher RadsportJetzt auch möglich: Gelb für Gelb

Neben dem Gelben Trikot weist der Radsport jetzt Karten derselben Farbe auf. Es gibt allerdings auch Kritik daran.

D er Straßenradsport wird bunter. Das liegt nicht nur an den oft schrillen Trikots. Seit Beginn dieser Saison verteilen die Kommissäre vom Weltverband UCI auch Gelbe Karten. 56 Mal griffen sie bereits zu diesem Mittel. 21 Mal waren laut Sanktionsliste Sportlerinnen und Sportler betroffen. Der Rest verteilt sich auf Teambetreuer und, ja, auch Journalisten. Der Schreiber dieser Zeilen war nicht darunter.

Die sanktionierten Vergehen waren vielgestaltig. Vom Wegwerfen von Flaschen außerhalb der erlaubten Zonen über Fahren auf dem Bürgersteig, Missachten von Kommissären bis zum Verlassen der Linie beim Sprint war alles dabei. Vor allem wegen Letzterem wurde dieser Sanktionsmechanismus eingeführt.

Die Sprints sollen sicher werden, das Sturzrisiko gemindert werden. Umfragen im Peloton führen allerdings zu eher bescheidenen Zwischenbilanzen. „Ich sage lieber gar nichts dazu“, meinte beispielsweise Top-Sprinter Sam Bennett beim Tirreno Adriatico zur taz.

„Mich hat das bisher nicht beeinflusst, wir fahren die Finales wie früher“, sagte Dylan Groenewegen, wegen seiner Beteiligung am Horrorcrash von Fabio Jakobsen medial als böser Bube im Sprint gebrandmarkt. Der Niederländer legt inzwischen Wert darauf, im Sprint als zwar sehr kämpferisch, aber auch fair zu gelten. Immerhin begrüßt er das System prinzipiell: „Es ist gut, etwas zu versuchen, um mehr Sicherheit zu erreichen. Wir müssen aber abwarten, ob es wirkt.“ Größter Kritikpunkt bisher war die mangelnde Konsistenz. „Es ist wie im Fußball. Von manchen Referees bekommt man für ein Vergehen eine Gelbe Karte, von anderen beim gleichen Verhalten aber nicht. Das macht es schwierig“, schätzt Marc Reef, sportlicher Leiter beim Rennstall Visma – Lease a Bike, ein.

Als ein Mittel, das die Aufmerksamkeit fürs eigene Verhalten schärft, kann er dem neuen Reglement aber etwas abgewinnen.Beim Klassiker Mailand – Sanremo gab es wegen Vergehen im Sprint nur eine Reglementierung. Pauline Ferrand-Prevot wurde zudem vom vierten auf den 12. Platz zurückgestuft.

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