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Falls Schweden dicht macht

Flüchtlinge Die Stadt Lübeck und ehrenamtliche Helfer bereiten sich auf die Möglichkeit vor, dass Schweden seine Grenze schließt

Die Stadt Lübeck bereitet sich auf die Möglichkeit vor, dass Schweden seine Grenzen für Flüchtlinge schließt. In der vergangenen Woche luden Sozialsenator Sven Schindler (SPD) und Innensenator Bernd Möller (Grüne) Vertreter von Polizei, Feuerwehr, Bundeswehr, Verbänden und dem selbstverwalteten Zentrum Alternative zu einem Gespräch ein. „Die Nervosität steigt“, sagt Christoph Kleine, einer der Ehrenamtlichen des Zentrums.

In den letzten Wochen häuften sich Medienberichte darüber, dass die Stimmung in Schweden bezüglich der Aufnahme von Flüchtlingen kippe und sich viele Menschen strengere Einreisebestimmungen wünschten. Sollte das Land zukünftig kein oder nur in selteneren Fällen Asyl gewähren, hätte das Auswirkungen auf die Städte im Norden, die über eine Fährverbindung nach Skandinavien verfügen. „Die Leute würden trotzdem zum Terminal kommen“, sagt Kleine.

Er glaube nicht, dass der normale Fährverkehr nach Schweden weiterlaufen könne, wenn die Flüchtlinge nicht mehr mit dürften. „Alles, was wir jetzt nur im Fernsehen sehen, von der slowenisch-österreichischen Grenze, würde hier ankommen“, sagt Kleine. Aus diesem Grund brauche Lübeck große Notaufnahmekapazitäten. Bei dem Treffen habe die Stadt von 1.000 geplanten Schlafplätzen gesprochen, sagt der Unterstützer. Ein Baumarkt und ein ehemaliges Gebäude der Stadtwerke nahe des Bahnhofs seien Optionen.

Die Proteste von Asylsuchenden in Hamburg gegen die Unterbringung in einem leer stehenden Baumarkt, hätten jedoch gezeigt, dass die Gebäude nicht geeignet seien, sagt Kleine. Zudem müsse die Stadt gewährleisten, dass die Menschen nicht gegen ihren Willen registriert würden. Die Stadt äußerte sich dazu auf taz-Anfrage gestern nicht vor Redaktionsschluss.

Auch auf der Lübecker Wallhalbinsel „Walli“, auf der die Alternative steht, bereiten sich Helfer auf eine Grenzschließung vor. In eigens dafür besetzten Nebengebäuden richten sie Ruheplätze für die Durchreisenden ein (taz berichtete). Die Helfer haben schon über 10.000 Flüchtlinge bei der Fahrt nach Schweden unterstützt und mit über 350.000 Euro aus Spenden Fährtickets bezahlt. rea

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