Explosion auf Frachter im Golf: Netanjahu beschuldigt Iran

Ende Februar wurde ein Frachter im Persischen Golf von einer Explosion erschüttert. Für Israels Premier ist klar, dass der Iran dahinterstecken muss.

Blau-Weisses Frachtschiff Helios Ray

Beschädigtes Frachtschiff Helios Ray im Hafen von Dubai am 28. Februar Foto: Kamran Jebreili/ap

JERUSALEM ap | Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat dem Iran einen Angriff auf ein Frachtschiff im Golf von Oman vorgeworfen. Die Islamische Republik habe in der vergangenen Woche das Schiff in israelischem Besitz attackiert; das sei klar, sagte Netanjahu am Montag dem Rundfunksender Kan. Belege führte er nicht an.

„Der Iran ist der größte Feind Israels, ich bin entschlossen, ihn aufzuhalten. Wir treffen ihn in der gesamten Region.“ Die Anschuldigung wies der Iran prompt zurück.

Am Freitag war der Frachter „MV Helios Ray“ im Golf von Oman von einer Explosion erschüttert worden, als er unter Flagge der Bahamas unterwegs nach Singapur war. Die Besatzung wurde durch die Explosion nicht verletzt, am Schiff hinterließ sie aber laut US-Verteidigungsangaben vier Lecks.

Am Sonntag traf das Schiff dann im Hafen von Dubai für Reparaturen ein. Der Fall sorgte für Spannungen mit dem Iran und für erhöhte Sicherheitsvorkehrungen im Nahen und Mittleren Osten.

Luftangriffe bei Damaskus

Was die Explosion ausgelöst hat, ist bislang unklar. Die „MV Helios Ray“ belieferte mehrere Häfen im Persischen Golf mit Autos, bevor sie wegen des Geschehens den Kurs umdrehen musste. In den Tagen seit der Explosion hatten das israelische Verteidigungsministerium und das Militär nahegelegt, der Iran könne verantwortlich sein. Der Iran wies Netanjahus Anschuldigung zurück. Der israelische Ministerpräsident sei von dem Land besessen und seine Vorwürfe seien Angstmacherei, sagte ein Sprecher des iranischen Außenministeriums.

Israel habe in den vergangenen Monaten „verdächtige Aktionen in der Region“ unternommen, um das internationale Atomabkommen zu untergraben – weitere Angaben dazu machte der Sprecher nicht. Israel wisse genau, dass die Antwort des Irans in Fragen der nationalen Sicherheit immer stark und zielgenau ausgefallen sei.

In der Nacht von Sonntag auf Montag meldeten die syrischen Staatsmedien eine Reihe von mutmaßlichen Luftangriffen aus Israel bei Damaskus. Die Luftabwehr habe die meisten Geschosse abgefangen, hieß es. In israelischen Medien wurde gemeldet, bei den mutmaßlichen Luftangriffen seien iranische Ziele ins Visier genommen worden, als Reaktion auf den Angriff auf das Schiff.

Israel betrachtet iranische Aktionen an seiner Nordgrenze als rote Linie und hat in der Vergangenheit etwa mit dem Iran in Verbindung stehende Einrichtungen in Syrien sowie Waffenlieferungen ins Visier genommen, die für die libanesische Hisbollah-Miliz bestimmt waren. In der Regel kommentiert Israel diese Militäroperationen nicht, auch dieses Mal verweigerte es einen Kommentar.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de