piwik no script img

Erste Frau auf FBI-TerrorlisteAssata Shakur in Kuba gestorben

Sie war Mitglied der Black Panther Party und soll in den USA einen Polizisten erschossen haben. Nach ihrer gewaltsamen Befreiung aus dem Gefängnis lebte sie seit über 40 Jahren auf der Karibikinsel im Asyl.

dpa/afp/ap | Die militante Aktivistin und als Polizistenmörderin verurteilte Assata Shakur ist im Asyl in Kuba gestorben. Die US-Bürgerin, die mit bürgerlichem Namen Joanne Deborah Chesimard hieß, sei in der Hauptstadt Havanna einer Krankheit erlegen, teilte das kubanische Außenministerium mit. Sie lebte seit 1984 in Kuba, wo ihr der Revolutionsführer Fidel Castro Asyl gewährt hatte. Sie wurde nach unterschiedlichen Angaben 78 oder 73 Jahre alt. Shakurs Tochter Kakuya Shakur bestätigte den Tod ihrer Mutter in einem Beitrag auf der Plattform Facebook.

Shakur war Mitglied der Black Panther Party, die sich auch mit militanten Methoden für die Rechte von Schwarzen in den USA einsetzte. Bei einer Polizeikontrolle im Bundesstaat New Jersey soll sie mit zwei Komplizen 1973 einen Beamten erschossen haben. Einer von Shakurs Begleitern kam ebenfalls ums Leben.

Shakur beteuerte stets ihre Unschuld und versicherte, dass sie am Tatmorgen keine Waffe in der Hand gehalten habe und ihre Arme während der tödlichen Schüsse erhoben gewesen seien.

1977 wurde sie wegen Mordes und anderer Straftaten zu lebenslanger Haft verurteilt, zwei Jahre später aber von einem bewaffneten Kommando aus dem Gefängnis befreit. Die US-Bundespolizei FBI machte sie 1984 in Kuba aus, sie wurde jedoch nicht an die Vereinigten Staaten ausgeliefert.

2013 setzten die US-Behörden Shakur als erste Frau auf ihre Liste der meistgesuchten Terroristen. Das FBI garantierte eine Belohnung in Höhe von einer Million Dollar für Hinweise, die zu Shakurs Ergreifung führen. US-Politiker forderten immer wieder die Auslieferung von Shakur.

US-Außenminister Marco Rubio kritisierte erst im Mai im Onlinedienst X, dass Kubas kommunistische Regierung „immer noch einen sicheren Rückzugsort für Terroristen und Kriminelle, darunter Flüchtige aus den USA“ biete. Der Chefdiplomat von US-Präsident Donald Trump bekräftigte „unser standhaftes Engagement, das kubanische Regime zur Rechenschaft zu ziehen“. Seinem Post fügte Rubio ein Foto von Shakur und eines des in New Jersey erschossenen Polizisten hinzu.

Die Organisation Black Lives Matter Grassroots Inc., ein Zusammenschluss von Aktivisten aus ganz Amerika, würdigte am Freitag das Andenken an Shakur. „Mögen ihr Mut, ihre Weisheit und ihre tiefe, unerschütterliche Liebe uns in allen Bereichen des Lebens inspirieren und uns leiten“, hieß es in einer auf der Plattform Instagram veröffentlichten Erklärung.

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare