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Erdbebenopfer verlassen die zerstörte Stadt

■ Im kolumbianischen Erdbebengebiet nehmen die Sicherheitskräfte über 150 Plünderer fest

Armenia (AFP/rtr) – Im kolumbianischen Erdbebengebiet hat eine Massenflucht der Überlebenden aus der am schwersten betroffenen Stadt Armenia eingesetzt. Ein Sprecher der Luftwaffe sagte am Samstag, täglich machten sich etwa 6.000 Menschen mit den Resten ihrer Habe auf den Weg. Die Behörden riefen Einwohner mit Angehörigen in anderen Landesteilen auf, die zu 70 Prozent zerstörte Stadt zu verlassen. In Armenia nahm die Welle von Plünderungen und Gewalt ab, nachdem Armee und Polizei dort bis Samstag auf 6.000 Mann verstärkt wurden und innerhalb von 24 Stunden mehr als 150 Plünderer festgenommen hatten. Rund hundert Personen stürmten am Samstag erneut Geschäfte, um Säcke voller Reis, Bohnen und Thunfisch, aber auch elektronische Geräte zu entwenden. Am Freitag hatten Tausende aus Ärger über die katastrophale Versorgungslage ein Depot mit Hilfsgütern des Roten Kreuzes geplündert, aber auch Geschäfte aufgebrochen.

Maschinen der Luftwaffe, die aus der Hauptstadt Bogotá ständig Hilfsgüter nach Armenia einflogen, nahmen auf dem Rückweg Hunderte Flüchtlinge mit. Ein Luftwaffensprecher äußerte die Erwartung, daß bis Sonntag noch mindestens 20.000 Menschen die Stadt verlassen würden. Nach der Bergung von 938 Leichen stellten die Behörden inzwischen die Suche nach Überlebenden ein. Am Samstag morgen erschütterte ein neues Nachbeben der Stärke 4,2 auf der Richterskala das Katastrophengebiet. Am Montag hatte ein Beben der Stärke 6,0 allein in Armenia rund 10.000 Häuser zerstört.

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