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Energiekrise in KubaRegierung verkündet Vier-Tage-Woche

Dass die USA dem Inselstaat den Ölhahn zugedreht haben, trifft Kuba hart. Zu den Sparmaßnahmen als Reaktion darauf gehören auch Benzinrationierungen sowie die Schließung touristischer Anlagen.

afp/epd/dpa | In Reaktion auf die durch US-Sanktionen verschärfte Energiekrise auf Kuba hat die Regierung in Havanna Notfallmaßnahmen angekündigt, darunter die Einführung einer Vier-Tage-Woche. Zu den Sparmaßnahmen zähle eine auf vier Tage verkürzte Arbeitswoche in staatlichen Unternehmen, Beschränkungen für den Kraftstoffverkauf und reduzierte Bus- und Zugverbindungen, erklärte Vizeregierungschef Oscar Pérez-Oliva Fraga am Freitag im Staatsfernsehen. Durch die Vorgaben solle Kraftstoff eingespart werden, um „die Lebensfähigkeit unseres Landes und die Grundversorgung zu gewährleisten“.

Auch Besucher aus dem Ausland sind in Teilen betroffen. Der Tourismus als wichtige Devisenquelle müsse geschützt werden, das Angebot werde sich jedoch auf die Urlaubsziele mit der höchsten Nachfrage konzentrieren, sagte Pérez-Oliva. Der Betrieb an den Flughäfen soll gewährleistet bleiben. Laut einem Bericht des Nachrichtenportals 14ymedio wurden bereits vor der Ankündigung einige Hotels auf den Los-Cayos-Inseln vor der Küste Kubas geschlossen und Gäste in andere Einrichtungen gebracht.

Ziel der Maßnahmen sei es, die „Lebensmittel- und Stromproduktion“ zu fördern und die Aufrechterhaltung grundlegender wirtschaftlichen Aktivitäten zu ermöglichen.

Die kubanische Regierung kündigte zudem die Installation von 20.000 Solarsystemen an, die Solarpaneele und Batterien für die Nutzung in der Nacht umfassen. Mit Solarstrom sollen Pflegeheime, Kinderkrippen und Gemeindezentren sowie Banken versorgt werden.

Die Universität von Havanna, Kubas bekannteste Universität, gab bekannt, dass der Präsenzunterricht für 30 Tage ausgesetzt werde.

Nach der Gefangennahme des linksnationalistischen venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro zu Jahresbeginn bei einem US-Militäreinsatz hatte US-Präsident Donald Trump deutlich gemacht, dass er auch andere Länder in der Region im Visier hat – darunter Kuba. Trump ließ die Öllieferungen aus Venezuela nach Kuba unterbinden, von denen das Land in hohem Maße abhängig war. Er rate Havanna „dringend, einen Deal abzuschließen, bevor es zu spät ist“, warnte der US-Präsident damals. Trump drohte auch mit Zöllen gegen dritte Länder, die Kuba mit Öl beliefern. Mexiko, zuletzt Kubas größter Ölversorger, stellte daraufhin seine Lieferungen ein.

Ende Januar verschärfte Trump den wirtschaftlichen Druck auf Kuba weiter: Staaten, die Erdöl an das Land liefern, drohte er in einem Dekret mit zusätzlichen US-Zöllen. Die kubanische Regierung bezeichnete dies als „brutalen Akt der Aggression“.

Kuba steckt in seiner schlimmsten Wirtschaftskrise seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Seit Ende 2024 gab es fünf landesweite Stromausfälle, die teilweise mehrere Tage dauerten. Immer wieder haben die Menschen mit Blackouts zu kämpfen, die mitunter mehr als 20 Stunden dauern. Der nur etwa 145 Kilometer von der Südspitze Floridas entfernte Karibikstaat unterliegt seit 1962 einem US-Wirtschaftsembargo.

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